Die Folgen von Raserunfällen sind fürchterlich und nicht mehr gutzumachen. Unser Symbolbild zeigt einen besonders tragischen Fall, bei dem zwei junge Leute starben. © picture alliance/dpa/SDMG
Führerscheinentzug

Rücksichtsloser Raser jagt im irrsinnigen Tempo durch Dorsten

Bei einer lebensgefährlichen Raser-Fahrt durch Dorsten konnte die Polizei am Samstagabend einen 20-jährigen Autofahrer aus dem Verkehr ziehen. Seinen Führerschein ist er los.

In Dorsten und anderswo im Kreisgebiet macht sich ein Phänomen bemerkbar, das lebensgefährlich ist: Am Samstagabend zog die Polizei einen 20-jährigen PKW-Fahrer aus Dorsten aus dem Verkehr, nachdem der junge Mercedesfahrer mit weit überhöhter Geschwindigkeit von Holsterhausen nach Wulfen gefahren war. „An der Wienbecke fuhr er mit 140 km/h, zum Teil auf der Gegenfahrbahn, doppelt so schnell wie erlaubt“, heißt es im Polizeibericht.

Laut Informationen der Polizei war der junge Mann mit zwei weiteren Fahrzeuginsassen nach 22 Uhr am Samstag auf dem Weg von Holsterhausen nach Wulfen „negativ aufgefallen“.

Zufällig hatten Polizeibeamte den Mercedes-Fahrer um kurz vor Mitternacht im Bereich Pliesterbecker Straße/Marienstraße bemerkt. Auf dem Weg nach Wulfen, unter anderem An der Wienbecke, fuhr er teilweise doppelt so schnell wie erlaubt, etwa 140 Stundenkilometer, dabei geriet er mit seinem Auto mehrfach auf die Gegenfahrbahn.

Polizei stoppt den Fahrer an einer Bushaltestelle

An einer Bushaltestelle an der Hervester Straße konnte der 20-jährige Fahrer aus Dorsten schließlich von der Polizei gestoppt werden. Gegen den jungen Fahrer wird jetzt unter anderem wegen des Verdachts eines illegalen KFZ-Rennens ermittelt. Sein Auto wurde beschlagnahmt, der Führerschein des 20-Jährigen konnte vor Ort nicht sichergestellt werden, weil der junge Mann angab, diesen nicht dabei zu haben. Er wird ihn aber abliefern müssen.

Der Dorstener ist nach Beobachtungen der Polizei kein Einzelfall. Die Fälle, bei denen junge Männer durch ihr angeberisches und lebensgefährliches Fahrverhalten auffallen, hat laut Polizei zwischen 2018 und 2020 zugenommen. „Illegale Kraftfahrzeug- oder Beschleunigungsrennen stellen eine extreme Gefahr für die Sicherheit des öffentlichen Straßenverkehrs dar. Nicht selten führen derartige Rennen zu schwersten Verkehrsunfällen“, sagt die Polizei in ihrem Verkehrsunfallbericht 2020. 49 Anzeigen habe es 2020 gegeben; 15 waren es 2018.

Gefährdung der Allgemeinheit durch Selbstüberschätzung

Auf diese Gefährder habe der Gesetzgeber 2017 mit einer Gesetzesänderung reagiert. Strafbar sind demnach nicht nur Gruppenrennen im öffentlichen Straßenverkehr, sondern auch Einzelfahrten, wie im Fall des jungen Dorsteners. Auch er setzte bei seiner nächtlichen Fahrt alles daran, seine Verfolger von der Polizei abzuschütteln.

Der 20-Jährige ist nicht nur seinen Führerschein los; er wird sich sehr wahrscheinlich auch einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen müssen. „Seine Fahrtauglichkeit wird überprüft“, sagt die Polizei. Außerdem wird er erläutern müssen, warum er nach 22 Uhr trotz bestehender Ausgangssperre mit zwei weiteren Beteiligten im Auto unterwegs war.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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