Rosin verzichtet auf Lieferdienst und sagt viele Schließungen voraus

Coronavirus

Der neuerliche Corona-Lockdown trifft die Gastronomie hart. Doch Sternekoch Frank Rosin zeigt Verständnis für die Entscheidung. Vielen seiner Kollegen prophezeit er das berufliche Aus.

Wulfen

, 17.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sternekoch Frank Rosin glaubt, dass viele Gastronomen die Coronakrise beruflich nicht überstehen werden.

Sternekoch Frank Rosin glaubt, dass viele Gastronomen die Coronakrise beruflich nicht überstehen werden. © picture alliance/dpa

Sein Restaurant in Dorsten-Wulfen ist seit Anfang November geschlossen. So wie alle Gastronomiebetriebe. Auf einen Lieferservice verzichtet Sternekoch Frank Rosin allerdings. „Das funktioniert nur in ausreichend großen Städten und Ballungszentren“, sagte Rosin dem TV-Magazin prisma. „Außerdem kostet der Aufbau eines Lieferdienstes oft mehr Geld, als es dem Unternehmen Einnahmen verschafft.“

Foodpakete mit Weinbegleitung

Rosin will stattdessen über einen Kooperationspartner deutschlandweit „Foodpakete“ mit bereits fertig gekochten Gerichten versenden, „auf Wunsch auch gern mit passender Weinbegleitung“. Rosin konzentriert sich nach eigenen Angaben derzeit vor allem auf seinen Online-Store, der sehr gut laufe. „Ich möchte also nicht jammern.“ Am 26. November (Donnerstag, 20.15 Uhr) startet bei Kabel Eins die neue Staffel von „Rosins Restaurants“.

Für die Schließung der Gastro-Branche bringt Frank Rosin zumindest Verständnis auf. „Ein Virus verbreitet sich über Kontakt. Also müssen wir unsere Kontakte so gut, es geht, beschränken. Das sind Fakten – auch wenn der eine oder andere sie nicht wahrhaben will.“

„Mindestens 30 Prozent weniger Restaurants“

Die Bundesregierung habe entschieden, dass geschlossene Restaurants zur Eindämmung der Virusverbreitung beitragen. „Ob das richtig oder falsch ist, kann ich nicht beurteilen.“

Der Sternekoch ist allerdings davon überzeugt. dass es nach der Coronakrise „mindestens 30 Prozent weniger Restaurants“ in Deutschland geben werde. Das sind nach Berechnungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) mehr als 20.000 Betriebe.

Denjenigen, die weitermachen können, rät der Sternekoch aus Wulfen, nach wirtschaftlichen Leitlinien zu arbeiten. „Man braucht Arbeitspläne, Checklisten. Wir brauchen professionellere Methoden, dann wird es auch mehr erfolgreiche Betriebe und weniger Pleiten geben.“

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