Sammler und Brauerei-Nachkomme machen sich für Rose-Raritäten stark

dzSammelleidenschaft

Reiner Schulze-Tenberge ist ein großer Fan der Wulfener Rose Brauerei. Seine Sammelleidenschaft hat ihn jetzt in Kontakt mit einem Nachfahren des Familienunternehmens gebracht.

Wulfen

, 24.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Resonanz war riesig, damit hatte Reiner Schulze-Tenberge gar nicht gerechnet. Ende Juli dieses Jahres berichtete die Dorstener Zeitung über das Interesse des Wulfeners an historischen Stücken und interessanten Geschichten in Bezug auf die längst geschlossene Rose Brauerei.

Das Interesse und seine Sammelleidenschaft für die örtliche Kult-Biermarke haben auch einen familiären Bezug. „Zum einem war mein Elternhaus nicht weit von der Rose Brauerei entfernt. Noch zur aktiven Zeit der Brauerei war ich oft da. Sie gehörte für mich zum Dorfgeschehen einfach dazu. Und zum anderen habe ich erfahren, dass Verwandte von mir schon vor dem zweiten Weltkrieg dort gearbeitet haben“, berichtet Schulze-Tenberge.

In allen Stadtteilen wurde nach Rose-Erinnerungen gesucht

Und weiter: „Menschen aus fast allen Stadtteilen haben sich an der Suche nach altem Rose-Equipment und interessanten Rose-Geschichten beteiligt. Sogar über die Dorstener Grenzen hinaus, wie beispielsweise aus Gescher und Hochmoor, gab es Rückmeldungen auf den Bericht in der Zeitung.“

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Dann habe sich auch noch der Sohn des ehemaligen Rose-Inhabers, Winand Rose, bei ihm gemeldet, so Schulze-Tenberge. „Er freute sich über mein Interesse und hatte wohl noch einige Ideen und Sammlerstücke für mich.“

Ein paar besondere Gläser fehlen noch zum Sammler-Glück

Beide überlegen nun, ob und wie sie etwas gemeinsam umsetzen können. Zwar hat sich Schulze-Tenberges Sammlung schon stark vergrößert, aber vielleicht kommen ja noch Stücke hinzu.

Reiner Schulze-Tenberge Rose-Brauerei Raritäten-Sammlung

Auch diese Laterne erinnert an die Wulfener Brauerei. © Guido Bludau

„Bei meiner Suche habe ich erfahren, dass es beispielsweise noch andere Gläser gibt, die ich bisher nicht in meiner Sammlung habe. Diese Gläser wurden wohl zum 100-jährigen Bestehen der Rose Brauerei ausgegeben und gingen nur an ausgewählte Gaststätten. Es wäre toll, wenn ich so etwas noch bekommen könnte“, sagt der Wulfener.

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In den letzten Tagen hat er aber nicht nur verschollen geglaubte Raritäten angeboten bekommen, sondern auch viele interessante Geschichten in Bezug auf die ehemaligen Kult-Marke erfahren.

Glaskrug überlebte mehr als 100 Jahre

„Eine besondere Begegnung hatte ich mit einem ehemaligen Dorstener. Er erzählte mir von einer Flasche des Bürgerlichen Brauhauses Wulfen in Westfalen, die er 1993 bei Klinkerarbeiten an einem Haus an der Gelsenkirchener Straße unbeschadet gefunden hatte. Diese Flasche habe ich jetzt auch in meiner Sammlung. Ein weiteres Highlight ist ein völlig unbeschadeter Glaskrug des Jahrgangs 1903 bis 1910“, berichtet Reiner Schulze-Tenberge.

Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann das über die eigens eingerichtete Mail-Adresse rose-pils@t-online.de tun.

Wulfener Brau-Tradition

Roses Wurzeln gehen bis ins Jahr 1879 zurück
  • Bier brauen hatte in Wulfen und Umgebung schon immer Tradition. Bereits im Jahr 1879 eröffnete der Wulfener Brauer Arnold Lohkamp eine Landbrauerei, an der auch der Deutener Heinrich Tüshaus beteiligt war. Sie ging in eine Aktiengesellschaft über, an der der Essener Wilhelm Rose bereits als Hauptaktionär Anteile besaß.
  • Am 20. Juni 1903 gründete Wilhelm Rose, der unter anderem schon die „Stoppenberger Brotfabrik Wilhelm Rose“ betrieb, schließlich mit einem weiteren Geschäftspartner die offene Handelsgesellschaft „Bürgerliche Brauhaus Rose & Comp. Wulfen“.
  • Nach fast 113-jähriger Bierproduktion wurde diese dann am 16. September 1991 in Wulfen eingestellt.
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