Das mehr als drei Meter lange Ruhr.2010-Kunstwerk „Schwarzes Gold“ liegt seit vielen Jahren an der Feuerwache in Dorsten. © Guido Bludau
Kunstwerk

Riesiger „Kohlebrocken“ könnte in Dorsten bald wieder auferstehen

Ein riesiger Kohlebrocken wurde im Kulturhauptstadtjahr 2010 in Dorsten zum Wahrzeichen. Dann war er vergessen und versteckt. Nun könnte ein neuer Ort für das Kunstwerk gefunden sein.

Sie bezeichnet sich als Kind des Bergbaus in Dorsten: Der Opa malochte unter Tage, auf der Zeche Baldur, dann auf Fürst Leopold. Und noch heute bewohnt Christel Briefs ein Haus auf Familiengrund in der alten Kolonie in Holsterhausen.

Und da die CDU-Ratsfrau auch Vorsitzende des Kulturausschusses ist, war sie gleich doppelt berührt von dem kürzlichen Bericht der Dorstener Zeitung über das ungewisse Schicksal des riesigen Kohlebrockens namens „Schwarzes Gold“. Das Kunstwerk war im Kulturhauptstadtjahr „Ruhr.2010“ im Kubus am Recklinghäuser Tor hängend ein Wahrzeichen für die Stadt und fristet seitdem vermoost, versteckt und vergessen sein Dasein an der Feuerwache.

Die Münsteraner Künstlerin Kirsten Kaiser präsentierte 2010 den güldenen Hervester Förderturm, der den Kohlebrocken (im Hintergrund) krönte.
Die Münsteraner Künstlerin Kirsten Kaiser präsentierte 2010 den güldenen Hervester Förderturm, der den Kohlebrocken (im Hintergrund) krönte. © Michael Klein (A) © Michael Klein (A)

Diese Geschichte ließ Christel Briefs keine Ruhe. „Denn das Kunstwerk ist ein Symbol für über 100 Jahre Bergbau in Dorsten.“ Und so begann sie, zu telefonieren und Mails zu schreiben und sich dafür einzusetzen, dass der gewaltige Trumm eine neue schöne Heimat in ihrer Heimatstadt findet.

Und alle waren angetan. Sowohl die heutige als auch die frühere Vorsitzende des Kunstvereins „Virtuell-Visuell“, dem das Kunstwerk gehört. Die Künstlerin Kirsten Kaiser selbst. Und auch CDU-Parteikollegen, die schon 2015 den vergeblichen Versuch starteten, den Kohlebrocken in einem Hervester Kreisverkehr installieren zu lassen.

Und dann stieß Christel Briefs sogar auf einen „perfekten Standort“ für das Kunstwerk: Das Außengelände der RAG-Wasserhaltung, in deren Gebäude die Tisa-Stiftung ein Haus für die mit dem Bergbau verbunden gewesene Künstlerin einrichtet.

Tisa-Stiftung ist nicht abgeneigt

Die Tisa-Stiftung könnte sich laut ihres Vorsitzenden Lambert Lütkenhorst gut vorstellen, den Kohlebrocken künftig „als Erinnerungsstück an den Bergbau“ zu beherbergen. „Es ist eine gute Zeit, jetzt darüber zu diskutieren, weil es aktuell an die Planung für die Außenanlagen geht.

Auf dem Außengelände des neuen Tisa-Archivs ließe sich sicherlich ein Platz für den Kunst-Kohlebrocken finden - die Skulptur auf dem Sockel (rechts im Bild) beispielsweise wird bald verschwinden
Auf dem Außengelände des neuen Tisa-Archivs ließe sich sicherlich ein Platz für den Kunst-Kohlebrocken finden – die Skulptur auf dem Sockel (rechts im Bild) beispielsweise wird bald verschwinden © Guido Bludau (A) © Guido Bludau (A)

Allerdings müssten in Gesprächen vorab rechtliche Fragen geklärt werden. Die Ruhrkohle AG als Eigentümerin des unter Bergrecht stehenden Grundstücks müsste erst ihre Erlaubnis erteilen. Auch die Überlassung des Kunstwerks durch den Verein „Virtuell-Visuell“ (ViVi) sei vertraglich zu regeln.

„Allerdings könnte der Kohlebrocken dort aus statischen Gründen nicht wieder als hängendes Kunstwerk installiert werden“, sagt Lütkenhorst. Und eine erklärende Info-Tafel sei auch nötig.

Lambert Lütkenhorst hat sich inzwischen den Kohlebrocken angeschaut. „Er ist in einem guten Zustand.“ Übrigens ist auch noch der güldene Förderturm, der damals die Spitze des Kohlebrockens im Kubus krönte, im „ViVi“-Fundus vorhanden. Wäre ein charmanter Anblick, wenn im Schatten des großen silbernen Fördergerüsts von Fürst Leopold künftig eine goldene Mini-Ausgabe zu bewundern wäre …

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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