Ein verwitterter Pfeil, der auf einem Gehweg liegt, weist den Weg zu einem Testzentrum, das gratis Corona-Schnelltest mit Zertifikat anbietet. Ab nächsten Montag sind diese Tests nur noch in Ausnahmefällen kostenlos. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Coronavirus

Riesige Preisunterschiede bei Corona-Schnelltests in Dorsten

Ab nächsten Montag sind Corona-Tests meist nicht mehr kostenlos. Einige Teststellen in Dorsten machen Schluss, andere machen weiter und nehmen sehr unterschiedliche Gebühren.

Der Druck auf Ungeimpfte steigt, denn ihnen wird mittlerweile der Zutritt zu vielen Veranstaltungen verwehrt. Nicht immer hilft ein aktueller Schnelltest, um doch teilnehmen zu dürfen. Wo noch 3G gilt, gibt es ab Montag (11. Oktober) aber auch eine entscheidende Neuerung.

Denn die Schnelltests in den Testzentren werden nicht mehr vom Staat bezahlt. Wer einen solchen Nachweis braucht, weil er weder geimpft noch genesen ist, muss also zahlen. Eine Nachfrage in öffentlichen Teststellen in Dorsten ergab: Die Preise variieren sehr stark. Und manche Teststellen schließen, weil sich der Aufwand nicht mehr lohnt, wenn nur noch wenige Menschen einen Test machen wollen.

„Der Aufwand lohnt sich nicht mehr“

Dazu zählen die beiden Teststellen, die Klaus Sickelmann und sein Team an der Marler Straße und im Gemeinschaftshaus Wulfen betreiben. „Am Montag ist Schluss“, bestätigte Mitarbeiterin Vera Vogt. Apothekerin Ferda Hömke (Achtsam Apotheke) hatte bereits Ende Juni die Teststelle in der Lippestraße (Altstadt) geschlossen: „Es waren ca. zehn Personen mit der Organisation und Durchführung beschäftigt, das ließ sich seit dem Sommer nicht mehr aufrecht halten, als die Zahl der Testwilligen immer mehr zurückging.“

Klaus Sickelmann und Ehefrau Felicitas schließen am Montag ihre beiden Testzentren an der Marler Straße und im Gemeinschaftshaus Wulfen
Klaus Sickelmann und Ehefrau Felicitas schließen am Montag ihre beiden Testzentren an der Marler Straße und im Gemeinschaftshaus Wulfen © Stefan Diebäcker (A) © Stefan Diebäcker (A)
  • Wer eine Teststelle öffnet, bekommt von der Kreisverwaltung in Recklinghausen eine Betriebsnummer – und verliert sie wieder, wenn der Service endet. Deshalb sei die Liste auf der Kreis-Homepage derzeit noch aktuell, bestätigte Kreissprecherin Lisa Heimers. Sie wird in den nächsten Tagen und Monaten aber kürzer werden. Und ob sie dann noch öffentlich gemacht wird, ist unklar. Es handelt sich ja streng genommen um kommerzielle Angebote.

Einige Betreiber wollen die Entwicklung bis zum Jahresende abwarten und dann erst festlegen, ob sie weitermachen. Das bestätigte auf Anfrage die Firma Ediware für die beiden Testzentren in Rhade und Östrich. Auch die Holzwarth-Apotheke wartet die nächsten Wochen ab und testet zunächst weiter an der Bahnhofstraße in Lembeck und auf der Halterner Straße in Hervest, in Lembeck möglicherweise mit reduzierten Terminzeiten.

  • Denn die nächste Änderung steht am 31. Dezember an. Bis dahin können sich Minderjährige und (ehemalige) Schwangere sowie Menschen mit ärztlichem Attest noch kostenlos testen lassen, ebenso Studenten aus dem Ausland, die mit einem Impfstoff geimpft wurden, der in Deutschland nicht anerkannt wird, und Personen, die an Studien teilgenommen haben.

Bei den Kosten gibt es große Unterschiede

Wenn Teststellen ab Montag auf eigene Rechnung arbeiten, müssen sie genau kalkulieren. Die Schreurs Consulting Group, die in der Lippestraße und am Atlantis Schnelltests durchführt, rechnet offenbar noch. Mitarbeiter Leon Jah sagt: „Wir erfahren erst Ende der Woche die genauen Preise.“

Auch die Firma Ediware lässt sich bis zum Wochenende Zeit, ebenso das St. Elisabeth-Krankenhaus. „Wir sind noch in der Abstimmung“, sagt der Kaufmännische Leiter, Arne Hutmacher.

  • Nach Auskunft des NRW-Gesundheitsministeriums ist keine bundeseinheitliche Preisvorgabe vorgesehen. Einzige Vorgabe für Teststellen: Sie müssen die Preise deutlich sichtbar aushängen. Die völlig freie Preisgestaltung könnte also mancherorts dazu führen, dass die Tests unverhältnismäßig teuer werden.
Das Team der Holzwarth-Apotheke, hier auf einem Archivbild, bietet auch weiterhin kostenlose Schnelltests in den Filialen in Hervest und Lembeck an.
Das Team der Holzwarth-Apotheke, hier auf einem Archivbild, bietet auch weiterhin kostenlose Schnelltests in den Filialen in Hervest und Lembeck an. © Archiv © Archiv

Auch in Dorsten wird es ab Montag offenbar große Preisunterschiede geben. Apothekerin Corinna Holzwarth sagt: „Letzten Endes entscheidet jede Teststelle für sich selbst.“ Nachfolgend ein paar Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Holzwarth-Apotheke (Lembeck und Hervest): 18,50 Euro je Test.

Testzentrum Lembeck (Am Hagen 29): Ein Test kostet 20 Euro und ist ausschließlich vor Ort per EC-Karte zu bezahlen.

Rehazentrum Overfeld (Borkener Straße 49 in Holsterhausen): Es werden online weniger Termine als bisher angeboten. Der Preis beträgt voraussichtlich 29,90 Euro.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker
Redaktion Dorsten
Anke Stöcking (Jahrgang 1968), Mutter von drei, mittlerweile erwachsenen, Töchtern und passionierte Läuferin wohnt in Dorsten-Hervest. Seit 2006 ist sie bei der Dorstener Zeitung als Assistentin der Redaktion tätig und somit vor allem zuständig für Nachrichten von Kirchengemeinden, Vereinen und anderen Gruppen. Doch sie schreibt auch gerne selbst über Themen aus der Stadt.
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