Riesen-Run auf die restlichen Fördergeld-Geschenke für Bürger-Projekte

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Zunächst drohten 40.000 Euro aus dem diesjährigen Bürgerbudget zu verfallen. Jetzt aber rennen die interessierten Vereine und Gruppen der Stadt doch noch die Bude ein.

Dorsten

, 09.10.2019, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt 40.000 Euro, die aus dem städtischen Bürgerbudget-Topf eigentlich gemeinnützigen Projekten in den Dorstener Stadtteilen geschenkt werden sollten, drohten zu verfallen - weil sie nicht von den Bürgern abgerufen wurden. „Nachdem diese Nachricht in der Presse stand, rappelte es bei mir im Karton, das Telefon stand gar nicht mehr still“, erzählt Joachim Thiehoff vom Büro für Bürgerengagement.

Fast 20 Nachfragen

Denn plötzlich gab es ein Riesen-Interesse an dem Geld. Fast 20 Nachfragen von Vereinen und Gruppen hat Thiehoff nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen entgegengenommen. Darunter waren auch konkrete Projekt-Anträge aus Stadtteilkonferenzen - aus jenen, die kürzlich stattgefunden haben und aus solchen, die in den nächsten Wochen über die Bühne gehen werden, wie etwa in Deuten oder in der Feldmark.

„Es könnte deshalb durchaus sein, dass am Ende des Jahres doch noch fast alle Mittel verteilt werden.“ In vier Wochen will Joachim Thiehoff Kassensturz machen, danach ist es klar, wie viel Euro überhaupt noch übrig sind. Geld, das in diesem Jahr nicht abgerufen wird, geht in die allgemeinen städtischen Rücklagen - so es nicht auf Antrag Projektträgern aus jeweils anderen Stadtteilen zugutekommt. Wie berichtet, stehen im Bürgerbudget-Topf 76.000 Euro zur Verfügung, anteilig für jeden Stadtteil ein Euro pro Einwohner.

Drei Anträge aus Holsterhausen

Auch die Holsterhausener gehörten bis zum Dienstag (1. Oktober) zu denjenigen, die bislang in diesem Jahr nicht einen Cent aus dem Fördertopf beantragt hatten. Auf der jüngsten Sitzung der Stadtteilkonferenz #HoKo im Haus der Jugend an der Olbergstraße wurden schließlich doch noch drei Projekte vorgeschlagen und mehrheitlich von den Teilnehmern abgesegnet.

Der Ökumenische Geschichtskreis Holsterhausen erhält auf Antrag von Heimatfreund Walter Biermann 750 Euro für einen Gedenkstein, der an die konfessionsfreie Baldurschule erinnern soll, die nach einem Schulstreik 1920/1921 für ein paar Jahre in Holsterhausen existierte.

25 Prozent Eigenanteil

Sollten die nötigen 25 Prozent Eigenanteil von den Antragstellern aufgebracht werden können, werden zudem eine Nachbarschafts-Inititiative rund 2000 Euro erhalten für die Aufstellung einer stationären Geschwindigkeits-Hinweistafel in der oberen Bonifatiusstraße, der Väter-Treff Holsterhausen bekäme 1500 Euro für die Anschaffung von Pavillons, Bierzelt-Garnituren und Technik, die auch von anderen gemeinnützigen Gruppen für Nachbarschaftsfeste etc. ausgeliehen werden können.

Damit im nächsten Jahr nicht auch wieder alle auf den letzten Drücker kommen und die Stadt den Überblick behält, ruft Joachim Thiehoff schon jetzt an Budgetmitteln interessierte Initiativen aus den Stadtteilen auf, sich möglichst bereits in der ersten Jahreshälfte Gedanken über infrage kommende Projekte zu machen. „Dann wäre anschließend im Laufe des Jahres genügend Zeit, sie zur Antragsreife zu entwickeln.“

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