Auf diesen vier hellen Flächen auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Wulfen soll ein neues Industriegebiet entstehen. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Industriegebiet

Riesen-Nachfrage nach Flächen in neuem Industriegebiet in Dorsten

Mit dem geplanten Industriegebiet auf einer ehemaligen Zechenfläche in Dorsten haben Ruhrkohle AG und Stadt schon jetzt großes Interesse bei Investoren geweckt. Hier alle Informationen.

Noch hat das geplante neue Industriegebiet auf der großen Fläche eines ehemaligen Bergbau-Standorts in Dorsten offiziell noch keine Rechtskraft erlangt – doch das Interesse an den Gewerbeflächen an der Dülmener Straße (B 58) ist gewaltig.

„So wie es jetzt aussieht, könnten wir die Fläche gleich zweimal vermarkten“, erklärt Günther Aleff, Prokurist der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Windor“.

Mindestens 300 Arbeitsplätze

Doch es stehen nun mal nur diese 25 Hektar Netto-Fläche auf dem Gelände des früheren RAG-Schachtes Wulfen zur Verfügung, das „Windor“ gemeinsam mit der Eigentümerin (RAG Montan Immobilien) vermarktet. Mindestens 300 Arbeitsplätze schaffen – das ist das Ziel, das sich die Partner für den „Industriepark Große Heide Wulfen“ gesetzt haben.

Und die Chancen stehen dafür bestens. „Die Nachfrage ist richtig gut angelaufen“, sagt Günter Aleff. Überregionale Firmen würden dem geplanten Industriepark ebenso ihre Beachtung schenken wie Unternehmen aus der Region.

Auch Dorstener Firmen, die an ihren derzeitigen Standorten keine Entwicklungsmöglichkeiten sähen, haben sich gemeldet. „Die würden wir natürlich gerne vorrangig berücksichtigen, aber es wird sich noch zeigen müssen, wie viele von ihnen am Ende noch übrig bleiben.“

„Mindestens drei Hektar groß“

32 Hektar ist das Gelände insgesamt groß, ein Teil geht für die Infrastruktur (Erschließungsstraßen, Regenrückhaltebecken etc.) ab. Auf dem zur Verfügung stehenden Areal sollen laut Aleff „großflächige Grundstücke“ vermarktet werden, „mindestens drei Hektar“.

Aber allzu groß dann aber auch nicht. „Wir wollen kein Cluster-Risiko eingehen“, erklärt er. Sprich: „Ein riesiges Logistik-Unternehmen beispielsweise, das 25 Hektar braucht, ist nicht erwünscht.“

Man wolle sich nicht von einem Investor allein abhängig machen lassen. „Wenn der dann plötzlich wegbricht ist, ist das schlecht.“ Dorsten sei in der jüngeren Vergangenheit gut damit gefahren, einen möglichst vielfältigen Gewerbe-Mix zu haben.

Auch die Anlieger der B 58 in Deuten sollen von der Lärmschutzsatzung, die im Zuge des Industrieparks Große Heide Wulfen erlassen wurde, profitieren.
Auch die Anlieger der B 58 in Deuten sollen von der Lärmschutzsatzung, die im Zuge des Industrieparks Große Heide Wulfen erlassen wurde, profitieren. © Guido Bludau © Guido Bludau

Gegen Logistik-Betriebe an sich habe man aber nichts einzuwenden. „Man sollte nicht unterschätzen, dass diese Branche wichtige Arbeitsplätze schafft und immer stärker wächst.“ Logistik neben produzierendem Gewerbe – das sei aus Sicht der Vermarkter für den Industriepark Große Heide wünschenswert.

Erster Abschluss Mitte 2021?

Unter den Interessenten sei sogar ein Unternehmen, das beide Branchen unter seinem Dach vereint. „Ich würde mir wünschen, das wir genau diesen Investor als ersten Zugang für den Industriepark verkünden können“, so Aleff. Die Coronakrise sorgt auch bei den Verhandlungen mit potenziellen Neuansiedlungen für Verzögerungen, „aber ich hoffe, dass Mitte des Jahres der erste Abschluss erfolgt.“

Die Politik hatte mit großer Mehrheit Ende des letzten Jahres den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan verabschiedet. Nachdem er im Amtsblatt veröffentlicht wurde, kann es mit der Erschließung des Geländes losgehen. Gleichzeitig gab die Politik für die Lärmschatzung grünes Licht.

180.000 Euro für Lärmschutz

Insgesamt 180.000 Euro sollen Anwohner der B 58 beantragen können, um sich mit der Anschaffung von schalldichten Fenstern vor dem erwarteten stärkeren Verkehrslärm zu schützen. Die Summe soll nachverhandelbar sein, wenn sich abzeichnet, das sie nicht ausreicht.

Zwölf weitere Gebäude wurden in die Lärmschutzsatzung aufgenommen, die in Deuten an der B 58 liegen. Denn ein nachträgliches Gutachten hatte ergeben, dass auch hier vor allem der zusätzliche Schwerlastverkehr (172 Laster in 24 Stunden) die Geräuschpegel-Grenzen überschreiten könnte.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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