Richterin ist krank: Angeklagter muss weiter auf Verhandlung warten

Prozess um Menschenraub

Fast zwei Jahre nach einem angeblichen Entführungsdrama in Dorsten sollte am Dienstag am Essener Landgericht der Prozess beginnen. In letzter Sekunde wurde das Vorhaben aber ausgebremst.

Dorsten, Essen

, 01.09.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Erkrankung der Vorsitzenden Richterin führte dazu, dass der Prozess ausfallen musste.

Die Erkrankung der Vorsitzenden Richterin führte dazu, dass der Prozess ausfallen musste. © Martin von Braunschweig

Die Essener Staatsanwaltschaft hat einen 32-jährigen Mann aus Dorsten wegen erpresserischen Menschenraubs angeklagt. Im November 2018 soll er einen flüchtigen Bekannten in eine Wohnung gelockt und dort in seine Gewalt gebracht haben. Laut Anklageschrift schlug und trat der Mann auf sein Opfer ein, drohte mit noch viel Schlimmerem und brachte es so dazu, ihm 30 Euro in bar sowie den Autoschlüssel und die Papiere auszuhändigen.

Dem 32-Jährigen droht eine empfindliche Haftstrafe

Wenn der völlig verängstigte Bekannte jedoch geglaubt hatte, damit sei sein Martyrium endlich vorbei, sah er sich bald eines Schlechteren belehrt. In den folgenden Tagen soll der Angeklagte den anderen Mann weiter festgehalten und immer wieder dazu gebracht haben, ihn mit dem Auto durch Dorsten zu fahren.

Sollten sich die Vorwürfe im Prozess so bestätigen, droht dem 32-Jährigen eine empfindliche Haftstrafe. Die Mindeststrafe für erpresserischen Menschenraub beträgt laut Strafgesetzbuch fünf Jahre Haft.

Bis die Vorwürfe jedoch juristisch aufgearbeitet werden können, werden noch weitere Wochen vergehen. Am Dienstag wollte das Essener Landgericht eigentlich die Verhandlung starten. Doch die kurzfristige Erkrankung der Vorsitzenden Richterin machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Auch alle bereits terminierten Fortsetzungstage wurden erst einmal abgesagt.

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