Die Rhader vermissen eine echte Mitte in ihrem 5.500-Seelen-Dorf: Vorschläge, wie sie aussehen könnte, haben sie bei der Bürgerwerkstatt gemacht. © Guido Bludau
Nahversorgung im Norden

Rhade, Lembeck und Deuten wünschen herbei, was andere längst haben

Der Bau eines dm-Marktes in Hervest rückt nahe. Das weckt den Neid anderer Dorstener. Einen gut sortierten Drogeriemarkt - den hätten 13.000 Menschen im Norden der Stadt auch gerne.

Was macht den besonderen Reiz eines Drogeriemarktes aus? Umfragen zeigen, dass Kunden das gute Preis-/Leistungsverhältnis zu schätzen wissen sowie das umfangreiche Sortiment. Für Familien oder junge Leute ist ein Drogeriemarkt noch viel mehr, wie die Frankfurter Allgemeine (FAZ) etwas verwundert zu dieser besonderen Form der Kosumkultur festgestellt hat: Für diese Gruppe sei der Drogeriemarkt eine „Oase“, ein „Tempel“ gar, zu dem sie gerne pilgern.

Standortwahl im Norden ist noch völlig offen

Kein Wunder also, dass die 13.000 Bürger in den nördlichen Stadtteilen Dorstens, die Rhader, die Lembecker und die Deutener, darauf brennen, einen solchen Konsumtempel in ihrer Mitte zu haben. Über den möglichen Standort wird trefflich gestritten. Denn die Lembecker sähen ihn gerne in ihrer Ortsmitte, auch die Rhader beanspruchen ihn in zentraler Erreichbarkeit.

Ihr „Wunschkonzert“ können interessierte Bürger am 5. Oktober (Dienstag) von 18 bis 19.30 Uhr in einer von der Stadt anberaumten Videokonferenz anstimmen. Vorausgesetzt, sie melden sich online bis zum 29. September (Mittwoch, 18 Uhr) unter www.dorsten.de/dorfentwicklung dazu an. An alle Teilnehmer wird die Stadt einen Tag vor der Einwahl einen Link zur Einwahl verschicken.

Mitarbeiter des Planungs- und Umweltamtes wollen in der Video-Schalte die Rahmenbedingungen erläutern, die für Handel und Stadt gleichermaßen gelten. Das Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen legt dar, welche Faktoren eine Rolle spielen. Die Situation der Nahversorgung im Norden wird untersucht. Die Bürger steuern ihre Expertise bei: ihr Bauchgefühl.

Eine Anfrage bei der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor, dass sich Hinweise verdichtet hätten, ein dm-Markt sei eher in Rhade als in Lembeck im Spiel, beantwortete der städtische Pressesprecher Ludger Böhne so: „Der Sachstand ist unverändert so wie im September 2020 bzw. April 2021 in der Dorstener Zeitung beschrieben.“ Heißt: Es gibt bislang zwar eine Interessensbekundung eines Investors, „der aber noch keine Marke genannt und sein Interesse auch nicht durch Antrag oder andere Unterlagen konkretisiert hat“.

Alles ist im Fluss, Bedenken gibt es in Rhade

In Rhade gebe es erhebliche planungsrechtliche Hürden. Außerdem lägen ein Ergänzungsgutachten zum Einzelhandelskonzept zur Vergrößerung von Verkaufsflächen in Lembeck und Rhade und die regionalen Auswirkungen noch nicht vor.

Die Bürger im Norden müssen sich also weiter gedulden. Frank Langenhorst, Betreiber des Online-Portals www.lembecker.de, macht keinen Hehl aus seiner bevorzugten Standortwahl: Discounter und Drogeriemarkt will er gegenüber Rewe an der Schulstraße sehen – das Gelände der ehemaligen Genossenschaft.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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