Ludger Micheel hat seinen Hund Jamie drei Jahre lang zum Rettungshund ausgebildet. Wegen der Corona-Pandemie hat die Ausbildung länger gedauert als üblich. © Lisa Wissing
Rettungshunde

Retter mit der kalten Schnauze: Nachwuchs-Spürnase Jamie aus Dorsten

Suchen, finden, bellen: Das sind die Hauptaufgaben eines Vierbeiners im Bundesverband für Rettungshunde. Die Rettungshundestaffel Münsterland hat seit neuestem tierischen Nachwuchs aus Lembeck.

Bei der Suche nach vermissten Personen nach dem verheerenden Hochwasser kamen viele Rettungshundestaffeln zum Einsatz. Wie wichtig die Spürnasen für Rettungseinsätze sind, weiß auch Ludger Micheel aus Lembeck. Er und sein Australian Shepherd Jamie sind das neue frisch gebackene Team der Rettungshundestaffel Münsterland.

Genug Auslauf als Flächensuchhund

Knapp zwei Wochen ist es her, dass das Mensch-Hund-Team seine Prüfung erfolgreich bestand. „Jamie braucht sehr viel Auslauf und ich wollte mit ihm etwas Sinnvolles machen“, antwortet Ludger Micheel auf die Frage, warum er sich für Jamies Ausbildung zum Flächensuchhund entschieden hat.

Australian Shepherd Jamie ist vier Jahre alt. Am liebsten spielt er zuhause mit seiner roten Frisbee.
Australian Shepherd Jamie ist vier Jahre alt. Am liebsten spielt er zu Hause mit seiner roten Frisbee-Scheibe. © Lisa Wising © Lisa Wising

Durch die zwei Trainingseinheiten pro Woche ist die vierjährige Fellnase zudem voll ausgelastet. Dabei lernt Jamie, wie er Menschen so schnell wie möglich findet. Als sogenannter Flächensuchhund kommt Jamie in Wald- und Wiesengebieten zum Einsatz. Um die verschiedenen Bodenbeschaffenheiten nachzuahmen, müssen die Hunde beim Training etwa über Wippen und Leitern laufen.

Ganz wichtig sei es vor allem zu trainieren, dass die Rettungshunde sich von nichts ablenken lassen. „Wenn Jamie auf der Suche ist, darf ihn weder der Geruch einer Katze noch der von anderen Hunden ablenken“, sagt Ludger Micheel. Findet das Tier die gesuchte Person, bellt es so lange, bis der menschliche Teampartner oder die Teampartnerin den Fund durch eine Belohnung bestätigt. „Das kann ein Leckerli oder Spielzeug sein.“

Das Rettungsteam in Uniform.
Das Rettungsteam in seiner Uniform © Privat © Privat

Für Jamie gab es noch keinen Einsatz

Eine Rettungsuniform trägt dabei nicht nur Ludger Micheel. Auch Jamie hat eine sogenannte Kenndecke an. Diese ist mit Reflektoren, Lichtern und einer Bärenglocke ausgestattet. Zu einem richtigen Einsatz kam der Vierbeiner jedoch noch nicht. Sein Teampartner aber schon. Denn Ludger Micheel ist seit rund drei Jahren für die Rettungshundestaffel im Einsatz.

Die meisten Rettungen finden spät abends oder auch nachts statt, erläutert er. Dabei handelt es sich oft um demenzkranke Menschen, die den Weg zum Pflegeheim nicht mehr finden. In seiner ehrenamtlichen Zeit hat er sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. „Es ist natürlich ein sehr schönes Gefühl, wenn man eine vermisste Person findet“, erklärt er.

Doch das ist nicht immer der Fall. Es kommt auch vor, dass der oder die Vermisste nach langer Suche nicht gefunden wird. „Leider gehört das auch dazu. Aber damit muss ich klarkommen“, sagt der 59-Jährige. Trotzdem liebe er sein Ehrenamt. Am schönsten findet er die Trainingseinheiten an den Wochenenden. „Der ganze Samstag ist dann ein Versteckspiel. Jedes Rettungsteam ist dann einmal dran mit Suchen.“ Zwischendurch darf Jamie aber immer wieder ausgelassen mit den anderen Rettungshunden spielen.

Kinderbuch erklärt Alltag von Falc, dem Rettungshund

Neben seinem ehrenamtlichen Berufsleben ist er aber ein ganz normaler Haushund. Ludger Micheel arbeitet hauptberuflich als Tischler. Zur Auffrischung muss er alle zwei Jahre eine Prüfung zum Hundeführer wiederholen. Jamie wird jedes Jahr erneut geprüft. Die Aufgaben eines Rettungshundes möchte der Bundesverband Rettungshunde (BRH) ebenfalls Kindern näher bringen. Im Kinderbuch „Falc, der Rettungshund“ mit Illustrationen von Janiene Heller erzählt der Schäferhund Falc über sein Frauchen, das Training und seine Einsätze.

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