Rekord: Mehr als 2600 Bürger befreien in Dorsten derzeit die Landschaft von Müll und Unrat

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Nie zuvor beteiligten sich so viele Dorstener an den Besentagen. Gut 2600 Bürger sind unterwegs, auch Geschwister-Scholl-Schüler. „Es war teilweise eklig, was wir gefunden haben“, sagen sie.

Dorsten

, 18.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Vivian Spohr war ganz ehrlich. „Natürlich habe ich auch schon mal Müll einfach so irgendwo hingeworfen, letztens noch ein leeres Capri-Sonne-Trinkpäckchen“, gesteht die Sechstklässlerin der Geschwister-Scholl-Schule. „Und ich eine Chips-Tüte“, ruft ihre Klassenkameradin Sophie Koitz dazwischen: „Aber damit ist jetzt echt Schluss, versprochen.“

73 Hauptschüler dabei

Denn die beiden Hauptschülerinnen haben am Montag aus eigener Anschauung erleben dürfen, wie achtlos in die Gegend verteilter Müll die Landschaft verschandelt. Die Mädchen und Jungen der 6a gehören nämlich zu den 73 Geschwister-Scholl-Schülern, die sich in dieser Woche an den Dorstener Besentagen beteiligen. Und was die Kinder da in der letzten Schulstunde aus den Gebüschen an der Marler Straße klaubten, war eine Nachhilfestunde der unschönen Art. „Das war teilweise eklig“, erzählt Niklas Osthold (13).

Leere Flachmänner und ein Kondom

„Leere Flachmänner, gebrauche Taschentücher, ein kaputter Eimer, Zigarettenschachteln, Plakatreste, eine verrostete Metall-Leiste“, zählt seine Mitschülerin Isabel Krakowczyk auf. Sogar ein gebrauchtes Kondom war dabei. Die große blaue Mülltüte, die die Kinder mitgeschleppt hatten, war am Ende so voll und so schwer, dass Schulsozialarbeiterin Jasmin Prystawyk beim Tragen mithelfen musste. „Ich bin aber trotzdem froh, dass wir mitgemacht haben“, sagt Isabel Krakowczyk. „Umweltschutz ist für mich wichtig, ich möchte nämlich nicht, dass Tiere an dem vielen Müll sterben.“

„Absolutes Super-Ergebnis“

Die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule beteiligen sich in diesem Jahr erstmalig am neuen Standort an der Marler Straße an den Dorstener Besentagen. „Im Vorjahr haben wir noch am Nonnenkamp mitgemacht“, so Klassenlehrerin Susanne Schäpers. Diese große „Putzkolonne“ der Hauptschule sorgt mit dafür, dass sich Organisatorin Ursula Eickmeier vom Dorstener Entsorgungsbetrieb über ein „absolutes Super-Ergebnis“ der Besentage freuen konnte. Mit insgesamt gut 2600 Teilnehmern in allen Dorstener Stadtteilen hatte es in diesem Jahr so viele Anmeldungen wie nie zuvor gegeben.

Grüne Schule ist die größe Gruppe

Besonders die Dorstener Schulen und Kindergärten legen sich seit Montag bis Freitag tatkräftig ins Zeug. Vor allem die „Grüne Schule“ in Barkenberg machte ihrem Namen alle Ehre und schwärmte mit 320 Kindern aus, um die Grünanlagen von Müll zu befreien. Dreistellige Teilnehmerzahlen bieten auch Augustaschule (217), Neue Schule (125), Gymnasium Petrinum (150), Von-Ketteler-Schule (165), Gesamtschule (100) auf.

Rekord: Mehr als 2600 Bürger befreien in Dorsten derzeit die Landschaft von Müll und Unrat

Die Altendorfer Bürger haben schon am Samstag mit der Aufräum-Aktion begonnen, damit ihr Dorf bis zum Frühlingsfest am Samstag wieder in „besenrein" ist. © Privat

Dazu sind mehrere Schützenvereine, ganze Familien, Nachbarschaften, Stallgemeinschaften, Sportvereine und Initiativen wie Dorstener Arbeit, Lebenshilfe oder Rebeq am Start. Aber auch Einzelpersonen hatten sich im Vorfeld beim Entsorgungsbetrieb angemeldet und waren dort mit blauen Müllsäcken und Einmalhandschuhen ausgestattet worden.

Einige schon am Samstag unterwegs

Die absoluten „Frühaufsteher“ in Dorsten waren die Oldtimer-Freunde in Lembeck, die Jägerschaft von Schloss Lembeck, die 25-köpfige Nachbarschaft Lasthausen und die Altendorfer Bürger und Vereinsmitglieder, die sich in der Initiative „Altendorf trifft sich“ zusammengeschlossen haben: Sie zogen aus terminlichen Gründen schon am Samstag los. Die Oldtimer-Freunde „beackerten“ den Westen des Dorfes, sammelten so viel Unrat ein, dass am Ende des Tages ein Riesen-Container randvoll gefüllt war.

Rekord: Mehr als 2600 Bürger befreien in Dorsten derzeit die Landschaft von Müll und Unrat

Die Oldtimerfreunde Lembeck sammelten im Westen des Dorfes mit dem Trecker den Müll ein. © Bögel

Mit rund 50 freiwilligen Helfern säuberten die Altendorfer den Schulhof, den Dorfpark und das Gelände rund um das Ehrenmal. Neben den üblichen Flaschen und Kunststoffabfällen war der außergewöhnlichste Fund diesmal ein Smartphone. „Jetzt ist alles besenrein für das Frühlingsfest am nächsten Samstag“, zogen die Teilnehmer anschließend Bilanz.

Besenparty am Samstag

Als „Dankeschön“ laden der Entsorgungsbetrieb und der Verein „Sag Ja zu Dorsten“ am Samstag (23. März) von 13 bis 17 Uhr zur „Besen-Party“ im Entsorgungsbetrieb (An der Wienbecke 15, Fahrzeughalle) alle Teilnehmer ein. Dort werden die Besentage mit Musik, Kinderspaß, einer Tombola und gastronomischen Angeboten ausklingen. Bürgermeister Tobias Stockhoff wird dabei um 14.30 Uhr den Gewinner des Sponsorenpreises 2019 bekannt geben. Für diesen waren Projekte vorgeschlagen worden, die in den jeweiligen Dorstener Ortsteil gefördert werden sollten.

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