Einen solchen Reitsimulator will Sabine Kraft anschaffen - sollte die Crowdfunding-Kampagne Erfolg haben. © Privat
Firmengründung

Reitstunden auf dem Roboterpferd: Trainerin will 50.000 Euro sammeln

Eine Reittrainerin aus Dorsten will mit einer Crowdfunding-Kampagne ein Pferd anschaffen. Keines aus Fleisch und Blut, sondern einen Reitsimulator. Es wäre eine Rarität in Deutschland.

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier harmonisch gestalten. Und das auch beim oder noch besser vor dem eigentlichen Reittraining. Dieses Ziel setzt sich Sabine Kraft – und will ihren Unterrichtsteilnehmern dafür ein besonderes Pferd zur Verfügung stellen. Eines, das niemanden aus dem Sattel wirft. Eines, dem der Mensch im Sattel nichts antun kann. Weil das Pferd nämlich nicht aus Fleisch und Blut ist.

Seit 30 Jahren Reiterin

Die Rhaderin möchte einen „Reitsimulator“ anschaffen und damit künftig gemeinsam mit ihrer Mutter in Dorsten Kurse geben. „Von diesen Geräten gibt nur eine Handvoll in Deutschland“, sagt die 37-jährige gelernte Bürokauffrau, die seit 30 Jahren reitet und vor zwei Jahren einen C-Lizenz-Trainerschein und eine Ausbildung zur Pferde-Futterberaterin gemacht hat.

Doch bevor sie ein solches simuliertes Pferd kaufen und die dafür nötige Lokalität anmieten kann, muss Sabine Kraft erstmal viel Geld aufbringen. Denn der Reitsimulator ist nicht billig. Eine mittlere fünfstellige Summe kommt da zusammen.

Keine Bankfinanzierung

„Doch wie das Leben manchmal so spielt, bin ich als alleinerziehende Mutter derzeit auf Hartz IV angewiesen und bekomme deshalb keine Bankfinanzierung für meinen Traum von der Selbstständigkeit“, betont sie.

Deshalb hat sie auf der Internet-Plattform „Startnext“ eine Crowdfunding-Kampagne gestartet (www.startnext.com/der-reitsimulator), um 50.000 Euro von Unterstützern zusammenzubekommen.

Eine überaus sportliche Herausforderung. In den ersten zwei Tagen hat sie – ohne bisher Werbung zu machen – die Summe von 35 Euro zusammenbekommen. Aber noch ist ja bis zum 2. Mai Zeit, dann ist Ende die Aktion. Und außerdem: „Was man nicht anzufangen versucht, kann man auch nicht zu Ende bringen“, sagt sie.

Die Rhaderinnen Sabine Kraft (r.) und ihre Mutter Barbara Meyer wollen in Dorsten Schulungen auf einem Reitsimulator anbieten. © Privat © Privat

Sabine Kraft ist auf der Suche nach einem solchen digitalen „Roboter-Pferd“ bei der Firma „Fidelak“ aus Kamen fündig geworden. Die entwickelt und stellt hauptsächlich hochwertige telematische Geräte und Technik her, hat seit ein paar Jahren aber nebenbei schon so einige Reitsimulatoren für gut betuchte Kunden weltweit programmiert. In Deutschland hat beispielsweise eine Physiotherapeutin einen Reitsimulator im Einsatz.

Auf der Startnext-Kampagnen-Seite im Internet beschreibt Sabine Kraft die Funktion des Reitsimulators, den sie erstmals auf der Essener Fach-Messe „Equitana“ gesehen hatte. Mit diesem kann der Reiter verschiedene Trainingseinheiten, so oft er möchte, wiederholen, in den Testritten lassen sich Balance und Sitz realitätsnah überprüfen, bei allen Gangarten.

Mess-Sensoren geben Feedback

Spezielle Sensoren am Gerät messen die Einwirkungen des Reiters auf das Pferd und übertragen die Daten auf einen Monitor. „So ist ein Feedback möglich“, sagt Sabine Kraft.

Zwar kann ein Reitsimulator die natürlichen Bewegungen des Pferdes nicht identisch nachahmen und das Tier nicht ersetzen. Aber er entlarvt, ob der Reiter schief sitzt, sein Pferd ausbremst oder unterschiedlich stark am Zügel zieht.

Körperschwächen aufdecken

Mit dem Reitsimulator will sie aber nicht nur Reiter oder Pferdeinteressierte in den Blick nehmen. Der Computer kann auch Körperschwächen bei Menschen gezielt aufdecken. „Ich zum Beispiel hatte eine leichte Schieflage der Hüfte, die dem Pferd beim Reiten sicherlich weh getan hat“, erzählt Sabine Kraft.

Spender bekommen Dankeschöns

Sie hofft nun, dass sich viele an der Kampagne beteiligen. Erreicht sie ihr Ziel nicht, zieht Startnext das Geld der Förderer nicht ein. Hat sie Erfolg, bekommen Unterstützer „Dankeschöns“. Wer etwa 50 Euro beisteuert, erhält eine kostenlose halbstündige Sitzanalyse auf dem Reitroboter.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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