Rechte kommen auf die sanfte Tour

DORSTEN Nur wenigen ist bekannt, dass sich der Rechtsextremismus verändert hat und Antisemitismus auch in NRW zunehmend in Erscheinung tritt.

von Von Katrin Wehrmann

, 14.03.2008, 17:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
In seinem Buch Erlebniswelt Rechtsextremismus warnt Dr. Thomas Pfeiffer vor der neuen Masche der Rechten.

In seinem Buch Erlebniswelt Rechtsextremismus warnt Dr. Thomas Pfeiffer vor der neuen Masche der Rechten.

Politikwissenschaftler Dr. Thomas Pfeiffer, am Donnerstag zu Gast im Jüdischen Museum, leistet unter anderem Aufklärungsarbeit an Schulen, um insbesondere Jugendliche über die Formen und Codes rechter Gruppen aufzuklären. Unter dem Titel „Altes Denken im modernen Gewand - Antisemitismus im Rahmen der `Erlebniswelt` Rechtsextremismus“ stellte die neue Strategie zur Gewinnung von Mitgliedern vor.

Zielgruppe ist nämlich die Jugend. Sie wird durch Musik, professionell gestaltete Websites, auf denen mit einer Masse Freizeitangeboten gelockt wird, und Modeartikeln aufmerksam gemacht. Wer einmal von rechtem Gedankengut überzeugt wurde, kommt nicht so leicht aus diesem Kreis heraus.

„Das Wir-Gefühl wird besonders angesprochen“, erklärt Pfeiffer. „An gemeinsamen Grillabenden, Ausflügen und dem Besuch von Demos geht es vorrangig um das Erleben, Aktionen und Freizeit. Der politische Hintergrund wird erst später sichtbar.“ Deswegen ist Aufklärung unabdingbar. „Das neue Schlagwort heißt `Revolution´“, weiß Pfeiffer. „Auf Demos trifft man vermehrt Menschen an, die man rein äußerlich auch links orientiert einschätzen könnte.“ Ebenfalls politisch eher links würde man den Slogan „Wir rocken das System“ einordnen. Aber auch der entstammt einer rechten Website.

Vorsicht  vor weißer Faust

Ebenso unverkennbar, auch international, ist eine weiße Faust, die als Symbol für die Worte „White Power“, weiße Macht, steht, sowie das Kürzel ZOG (Zionist Occupied Government), welches ein Szene-Code für altbekannte Verschwörungstheorien darstellt. Doch auch eindeutige judenfeindliche Bilder und Texte sind noch immer allgegenwärtig, besonders auf CD-Covern und in Songtexten. „Rechtsextremismus stellt sich heute als harmlos dar.

Um mehr Menschen für sich zu gewinnen, darf er möglichst nicht mit dem Gesetz in Verbindung kommen, denn das wirft ein schlechtes Licht auf diese Gruppierungen.“. 

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