Razzia in Shisha-Bars: Die unterschiedlichen Sichtweisen von Betreibern und Polizei

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Neun Shisha-Bars hat die Polizei im Kreis Recklinghausen durchsucht. Die Betreiber fühlen sich zu Unrecht verfolgt, die Ermittler haben allerdings ganz andere Erkenntnisse.

Dorsten

, 21.05.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

200 Dosen unversteuerten Tabak sichergestellt, Verstöße gegen das Nichtrauchergesetz geahndet, zwei Spielautomaten wegen illegalen Glücksspiels sichergestellt - aus Sicht von Polizei und Zoll war die Razzia am vergangenen Freitagabend ein voller Erfolg. Nacheinander hatten die Ermittler den Shisha-Bars einen unangekündigten Besuch abgestattet, auch einer Bar auf der Halterner Straße.

In allen Städten wurde etwas gefunden

Details, was wo gefunden und zur Anzeige gebracht wurde, wollte Polizeisprecherin Ramona Hörst am Montag nicht preisgeben. Dass der Geschäftsführer der Hervester Bar gegenüber einem Online-Portal behauptet hatte, bei ihm sei alles in Ordnung gewesen, entlockt ihr jedoch ein Schmunzeln. „In allen Städten“ sei etwas gefunden. „Polizei und Zoll würden auch nicht während eines laufenden Einsatzes Auskunft geben.“ Auch das hatte der Betreiber behauptet.

In Haltern hat ein Kollege ebenfalls betont, „mit kriminellen Machenschaften und Clan-Strukturen nichts zu tun“ zu haben. Die Polizei widerspricht grundsätzlich: „Es ist viel Geld im Spiel, und wir treffen in den Bars immer wieder Menschen, mit denen wir häufig zu tun haben“, betont Ramona Hörst. In Haltern waren auch zwei Spielautomaten einkassiert worden, die nach Angaben des Betreibers „überhaupt noch nicht angemeldet“ waren.

„Wir sind auch gut vernetzt“

Ein wenig erstaunt sind die Ermittler, dass auch beim achten Großeinsatz im Kreis Recklinghausen reichlich Verstöße geahndet werden mussten. Die Betreiber seien offenbar nicht lernwillig. Die Gefahr, dass sie sich untereinander warnen, wenn das Sondereinsatzkommando in mehreren Städten zeitversetzt anrückt, und noch schnell Beweismaterial verschwinden lassen, sieht Ramona Hörst auch. Sie sagt aber gleichzeitig: „Wir sind auch gut vernetzt.“

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