Der „Container-Campus“ soll südlich des bestehenden Schulgebäudes an der Pliesterbecker Straße entstehen, mit eigenem Außenbereich. Die Bäume bleiben erhalten. © Guido Bludau
Schulunterricht

Raumnot: Schule in Dorsten soll einen „Container-Campus“ bekommen

Zwei Schulen in Dorsten haben viel zu wenig Platz. Die Gründe sind unterschiedlich, die Auswirkungen dieselben: Schüler werden über Jahre in Containern unterrichtet werden müssen.

Container? Diesen Begriff mag die Stadtverwaltung nicht sonderlich. Sie spricht von „mobilen Raumelementen“, die in den nächsten Jahren an zwei Schulen aufgestellt werden müssen, um vorübergehende Engpässe auszugleichen. Das klingt freundlicher, kommt aber auf dasselbe raus: Im Schulgebäude ist nicht für alle Kinder Platz.

Problemfall Neue Schule: Die Sekundarschule in Holsterhausen ist beliebter als gedacht, und sogar die Erich-Klausener-Realschule im gleichen Gebäude, die keine Fünftklässler mehr aufnimmt, hat plötzlich ab Jahrgangsstufe sieben wieder mehr Schüler. „Weil sie nach der Erprobungsstufe am Gymnasium auf die Realschule wechseln“, erklärt Schuldezernentin Nina Laubenthal.

Bis 2024 fehlen acht Klassenräume

Folglich hat die Realschule bis zu ihrem Ende Mitte 2023 immer eine Klasse mehr als geplant. Die Sekundarschule wiederum braucht nicht nur wegen des großen Interesses mehr Räume, sondern auch, weil Informatik in den Jahrgangsstufen fünf und sechs Pflicht ist. „Bis Mitte 2024 fehlen im Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße acht Räume“, sagt Nina Laubenthal.

Um die Zeit bis zur Fertigstellung eines Anbaus zu überbrücken, soll es für bis zu sechs Jahre eine „Mobilraum-Lösung“ geben, die Schulleiterin Susanne Bender beinahe liebevoll als „kleinen Container-Campus“ beschreibt: insgesamt acht Klassen- und fünf Differenzierungsräume mit Sanitärgebäude und eigenem Außenbereich.

Problemfall Antoniusschule: Die Grundschule in Holsterhausen wird zur Dauerbaustelle. Eine Mensa ist beschlossene Sache, eine neue Turnhalle muss ebenfalls her. „Das geht nicht alles auf einmal“, sagt Nina Laubenthal, „und braucht Zeit.“ Die die Schule eigentlich nicht hat.

Immer mehr Schüler in den nächsten Jahren

Schon jetzt ist sie mit 283 Schülerinnen und Schülern proppenvoll, in drei Jahren werden es nach Prognosen des Schulverwaltungsamtes 20 Kinder mehr sein. Mindestens. Gleichzeitig buchen immer mehr Eltern den Offenen Ganztag, müssen „neue Lehr- und Unterrichtsformen“ umgesetzt sowie behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam in dann kleineren Klassen betreut werden.

Die „mobile Raumlösung“ für die Antoniusschule soll auf dem Schulhof stehen.
Die „mobile Raumlösung“ für die Antoniusschule soll auf dem Schulhof stehen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Der Plan deshalb: Für fünf bis sechs Jahre, bis alle Um- und Neubauten erledigt sind, sollen Container für drei Klassen- und zwei Büroräume aufgestellt werden, die „multifunktional genutzt“ werden können.

Kaufen oder mieten – die Politik entscheidet

Fast zwei Millionen Euro werden die zusätzlichen Räume für beide Schulen kosten. Kauf oder Miete – das macht nach bisherigen Berechnungen im Rathaus kaum einen Unterschied. Der Haupt- und Finanzausschuss muss am Mittwoch (17.3.) entscheiden.

Die Container zu kaufen, könnte den Charme haben, dass man nicht von Lieferanten abhängig ist und sie bei Bedarf später auch an anderen Schulen aufstellen könnte. Oder sie als Büros oder Notunterkünfte nutzt.

Deshalb nämlich heißen sie „mobile Raumelemente“.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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