Radarfalle in Hervest erwischt alle vier Minuten einen Raser

dzVerkehrskontrollen

Von Lärmbelästigungen ist in Hervest immer wieder die Rede, aber auch von Raserei. Jetzt ist klar: In diesem Jahr wurden schon Hunderte Autofahrer erwischt - auf einer einzigen Straße.

Hervest

, 13.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Eine Statistik des Ordnungsamtes, die der Redaktion vorliegt, bestätigt: In Hervest wird oft zu schnell gefahren. Anwohner der Straße Im Harsewinkel hatten sich bekanntlich über aufheulende Motoren beklagt, doch Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit sind offenbar vor allem auf der Halterner Straße unterwegs.

429 Autofahrer bekamen Post

Die beiden Messwagen der Stadt standen seit Jahresbeginn achtmal gegenüber vom Autohaus Sonntag (Halterner Straße 258/260). Tagsüber „blitzte“ der neue Messwagen der Stadt in beide Fahrtrichtungen, in den Abendstunden das ältere Modell stadtauswärts. Das Ergebnis: 429 Autofahrer bekamen Post aus dem Rathaus, weil sie das Tempolimit (50 km/h) überschritten hatten.

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Die beiden Messwagen registrierten die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Autos insgesamt fast 27 Stunden lang, also umgerechnet mehr als einen Tag. Das bedeutet: Fast alle vier Minuten wurde durchschnittlich ein „Raser“ erwischt, tagsüber sogar deutlich eher als abends.

Einzelauswertungen waren nicht möglich

Gegenüber den alten Fürst-Leopold-Torhäusern (Halterner Straße 114) stand der neue Messwagen der Stadt nach Angaben der Stadtverwaltung nur einmal. Am 26. April wurden zwischen 19.15 und 23.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen insgesamt 81 Autofahrer „geblitzt“.

Einzelergebnisse oder besonders herausragende Temposünder konnte die Stadtverwaltung auf Anfrage nicht mitteilen. Das sei, so Stadtsprecher Ludger Böhne, „nicht leistbar“, weil dann jede einzelne Geschwindigkeitsüberschreitung ausgewertet werden müsste.

Szene-Treffen auf der Leopold-Allee?

Die Fürst-Leopold-Allee soll sich zu einem beliebten Treffpunkt für Autofahrer mit Bleifuß entwickelt haben. Von nächtlichen Autorennen ist hier die Rede, Politiker äußerten vor einigen Tagen im Haupt-und Finanzausschuss die Sorge, dass sich die Straße durch das ehemalige Zechengelände zu einem Szene-Treffpunkt für Raser entwickeln könnte. Die Polizei bestätigt das nicht. Am „Car-Freitag“ fanden deshalb Schwerpunktkontrollen in zwei anderen Kreisstädten statt.

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Übrigens: Die Radarfalle der Stadt wurde an der Fürst-Leopold-Allee laut Statistik letztmals im Oktober 2018 aufgebaut. Binnen dreieinhalb Stunden tappten 77 Autofahrer hinein. Aber sehr deutlich über dem Tempolimit war, so Stadtsprecher Böhne, niemand.

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