Vertreterinnen von Klima-Initiative und ADFC Dorsten besetzten am Freitag anlässlich des weltweiten Parking Days zwei Parkplätze in Dorsten. Marina Keysers fand die Aktion gut. © Michael Klein
Radverkehr

Rad- und Klimaaktivisten besetzen auch in Dorsten Auto-Parkplätze

Weltweit wird am dritten Freitag im September darauf aufmerksam gemacht, wie viele asphaltierte Flächen für Autos reserviert sind. Auch in Dorsten wurden Parkplätze mit Fahrrädern besetzt.

Als Martina Keysers das Schild mit der Aufschrift „Heute 1 Parkplatz für 10 Fahrräder statt für 1 Auto“ erblickt, steigt sie von ihrem Fahrrad ab. „Sehr gute Aktion“, lobt die Dorstenerin. „Im Vergleich zu Autos gibt es viel zu wenig Stellplatz für Räder“, meint sie. „Hier an den Banken zum Beispiel müssten mehr Fahrradbügel stehen, denn wer wie ich eine Fahrradversicherung hat, der wird ja angewiesen, sein Rad irgendwo anzuketten.“

Martina Keyers kam am Freitag (17. September) auf dem Weg zum Einkaufen an der „Parkplatz-Besetzung“ vorbei, die Bärbel Pötsch und Ursula Marschalek als Vertreterinnen der Klima-Initiative und der Dorstener Ortsgruppe des ADFC organsiert hatten.

Mit der Okkupation zweier Auto-Parkplätze machten sie anlässlich des weltweiten „Internationalen Parking Days“ auf die ungerechte Parkplatzverteilung aufmerksam – und warben damit für eine fahrradfreundliche Stadtplanung.

Eine Initiative, die bei Martina Keysers auf offene Ohren stieß. Es müsse mehr dafür getan werden, dass Radfahrer im Alltagsverkehr besser gestellt würden, meint sie. „Vernünftige Radwege und mehr Platz mit dem nötigen Abstand, damit man keine Angst vor einem Zusammenprall mit einer geöffneten Autotür haben muss.“

Auch zehn Fahrräder wurden für die Aktion aufgefahren.
Auch zehn Fahrräder wurden für die Aktion aufgefahren. © Michael Klein © Michael Klein

Um 12 Uhr hatten Bärbel Pötsch und Ursula Marschalek am Freitag damit begonnen, den Parkplatz an der Volksbank herzurichten, mit einer Liege, zwei Stühlen, einem Sonnenschirm und Pflanzkübeln – und den zehn Rädern. „Es gab zwar einige Autofahrer, die irritiert durch ihre Fenster zu uns geschaut haben und einige neugierig blickenden Fußgänger und Radfahrer“, sagt Ursula Marschalek.

Ansonsten sei die Resonanz aber verhalten gewesen, so die Initiatorinnen. „Schade“, sagen sie. Sie hätten nämlich Interessierten gerne erzählt, dass Corona nicht nur dafür gesorgt habe, das nicht nur mehr Fahrräder, sondern auch mehr und größere Autos verkauft worden seien, die noch mehr Parkraum beanspruchen würden.

Und hätten auch gerne erzählt, dass man viele kurze Wege sowieso viel besser mit dem Rad zurücklegen könne. „Wir sind mit unseren Rädern heute von der Hardt schneller hier gewesen als die Kollegin, die die zehn Räder mit dem Auto hierhin transportiert hat“.

„Nicht wirklich viel passiert“

Bereits im Vorjahr hatte das Duo an gleicher Stelle eine solche Aktion gestartet. „Seitdem ist in Sachen Radverkehr nicht wirklich viel passiert“, sagt Bärbel Pötsch, die Autos nicht verteufeln will, ihr eigenes aber so gut es geht stehen lässt. „Aber immerhin tut sich nun etwas in Sachen Mobilitätskonzept der Stadt.“

Martina Keysers weist zwar daraufhin, dass im Zuge der Innenstadtsanierung mehr Fahrradbügel in der Fußgängerzone stehen würden. „Aber samstags sind die eigentlich alle besetzt.“

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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