In Rhade am Schlehenweg steht inzwischen der Rad-Knotenpunkt 37. Die Strecken-Richtung nach Dorsten und Haltern ist zwar ausgeschildert. Die Strecke ist auch auf der Karte zu sehen, aber die Ziele und damit die nächsten Knotenpunkte in Dorsten und Haltern haben nicht mehr draufgepasst. © Michael Klein
Radfahren

Rad-Knotenpunkte Dorsten: Schließung der Lücken mit leichten Tücken

Bisher endete das RVR-Radknotenpunkt-System an der Lippe. Weil der Kreis Borken nachgezogen hat, profitiert nun auch der Norden von Dorsten. Doch beim Lückenschluss gibt es leichte Tücken.

Wer regelmäßig am Bahnübergang Tönsholt im Süden von Dorsten vorbeikommt, sieht immer häufiger wohl auswärtige Radfahrer an der dortigen großen Karte stehen und nach dem weiteren Weg Richtung Dorstener Innenstadt schauen. Dort befindet sich der Knotenpunkt „66“ eines Radroutensystems, das der Regionalverband Ruhr (RVR) vor drei Jahren eingerichtet hat.

Nur die Nummer merken

„Radeln nach Zahlen“ heißt dabei das Motto, mehr als 250 rote „Knotenpunkte“-Hauben stehen an Kreuzungen des Radwegenetzes im Ruhrgebiet und weisen anhand von Hinweisschildern mit Nummern den Weg. Dadurch müssen sich Radler nicht mehr nur mit Kartenmaterial und an Ortsbezeichnungen orientieren. Es reicht, sich die Nummerierungen der Knotenpunkte zu merken oder zu notieren.

Bislang war für die Radfahrer, die von Tönsholt über Dorsten weiter in den Norden wollten, an der Lippe Schluss mit den Zahlen: Denn die Knotenpunkte 67 (Zechenbahnbrücke) und 68 (Haus Gloe an der Stadtgrenze Marl) waren die nördlichsten in Dorsten, der komplette Norden der Stadt blieb außen vor.

Durch den neuen Knotenpunkt des Kreises Borken in Rhade (37, oben links) ist das RVR-Knotenpunkt-Netz über Deuten nach Dorsten und über Wulfen nach Lippramsdorf (und umgekehrt( angeschlossen. © Kreis Borken © Kreis Borken

Lembeck, Rhade, Wulfen und Deuten sollten erst dann in das Knotenpunkt-Wegesystem integriert werden, wenn auch Kreis Borken und Münsterland ihr bisheriges „Waben-System“ auf die Knotenpunkte umgestellt haben. Das ist nun geschehen: Und seitdem steht in Rhade am Schlehenweg ein Knotenpunkt des Kreises Borken mit der Nummer 37. Er ist aber der einzige im Dorstener Norden.

Im aktuellen RVR-Radroutenplaner findet sich kein (Routen)-Hinweis auf den Knotenpunkt 37, den der Kreis Borken jetzt in Rhade eingerichtet hat. © RVR © RVR

Auf 100-Schlösser-Route

Immerhin: Er sorgt für den bislang von den Radlern vermissten Lückenschluss zwischen Lippe über die Hohe Mark bis hin ins „Radfahrer-Eldorado“ Münsterland – und umgekehrt. Am neuen Knotenpunkt 37 zeigt das Hinweis-Einschubschild 47 an, dass die Radfreunde von hier über die 100-Schlösser-Route über Endeln, Schloss Lembeck, Altwulfen und Lippramsdorf nach Haltern zum nächst gelegenen RVR-Knotenpunkt 47 radeln können (oder in Gegenrichtung).

Auf der Karte am Knotenpunkt 37 in Rhade sind die nächsten Dorstener Knotenpunkte im Süden leider nicht mehr aufgeführt, sie passten wohl nicht mehr drauf. Kein guter Service für die Radfahrer, die nach dem Zahlen-System radeln wollen. © Michael Klein © Michael Klein

Vom Rhader Knotenpunkt aus geht es auch via neu ausgeschildertem Hohe-Mark-Radweg über Deuten, Storchennest in der Wenge bis zur Hervester Zechenbahnbrücke und damit zum nächst gelegenen RVR-Knotenpunkt 67- und auch zum Knotenpunkt 68 (Haus Gloe, Stadtgrenze Dorsten/Marl). An diesen Knotenpunkten wird auch schon mit der Zahl 37 auf die Gegenrichtung nach Rhade hingewiesen.

So weit, so gut. Doch wer an den genannten Stellen an den großen Rad-Routenkarten steht, die an jedem Knotenpunkt die Wege zu den nächsten Knotenpunkten in der Umgebung anzeigen, sucht die „Lückenschluss-Ziele“ vergebens, im Norden wie im Süden.

Auf der neuen Karte des Kreises Borken in Rhade sind die Knotenpunkt-Ziele Haltern (74), Zechenbahnbrücke (67) oder Dorsten/Marl (68) nicht zu finden. Sie haben wohl nicht mehr drauf gepasst.

Schade auch, dass Wulfen oder Lippramsdorf keinen eigenen Knotenpunkt haben. Dadurch hätten die Planer die Gelegenheit gehabt, eine kürzere und eine längere Knotenpunkt-Rundstrecke auf Dorstener Gebiet anzubieten, anstatt den von Rhade aus nächsten Knotenpunkt in Haltern zu setzen.

Dr. Kai Zwicker (l.), Landrat des Kreises Borken, Bürgermeister Dr. Patrick Voßkamp und Luisa Gatzke von der Gemeinde Heiden stellten die kreisweite Knotenpunkt-Beschilderung an der Stadtgrenze zu Lembeck vor. © Kreis Borken © Kreis Borken

Auch auf den drei Jahre alten RVR-Schildern an der Lippe (67) und am Kanal (93) ist der Punkt 37 in Rhade auch nicht zu sehen, auch hier sehen die Radfahrer das Knotenpunkt-System auf Dorstener Stadtgebiet nicht in Gänze.

Sollte also unterwegs mal ein Rad-Wegweiser gestohlen, beschädigt oder umgedreht sein, steht man Radler ohne eine Radkarte oder Routenplaner-App womöglich auf den Schlauch.

Auch mit aktuellen Karten schwierig

Doch auch mit Karte wird es den Radlern derzeit nicht einfach gemacht. Weder das aktuelle RVR-Knotenpunkt-Karten-Set noch der RVR-Online-Radroutenplaner oder die BVA-Radwanderkarte Kreis Borken helfen bei der Zielsuche weiter. Nur der Radroutenplaner NRW oder der Knotenpunkt-Planer vom Kreis Borken sind eine Hilfe.

Warum nicht zumindest die Karten an den Knotenpunkten grenzüberschreitende Infos bieten oder aktuell sind? „Der Maßstab, den wir verwenden, hat nicht gereicht, die RVR-Knotenpunkte sind zu weit entfernt“, so der Kreis Borken, „wir werden wohl aus Kostengründen erst dann neue Karten aufstellen, wenn die alten wegen schlechten Zustands ausgetauscht werden müssen“, so der RVR.

In den RVR-Karten wird der Knotenpunkt 67 noch an der Wasserstraße (Eisenbahnbrücke) verortet. tatsächlich befindet er sich inzwischen an der Zechenbahnbrücke. © Michael Klein © Michael Klein

Irritieren könnte Radfahrer übrigens auch, dass auf zumindest auf RVR-Karten der Dorstener Knotenpunkt 67 noch immer an der Bahnbrücke an der Wasserstraße verortet ist, aber in der Zwischenzeit schon längst ein paar Kilometer weiter zur Zechenbahnbrücke versetzt worden ist.

Und merkwürdig ist auch, dass das Knotenpunkt-System den Radfahrern zwischen Zechenbahnbrücke und Gahlen nur eine Lippe-Querung in Dorsten vorschlägt: Mit der Lippe-Fähre Baldur. Die ist aber außerhalb der Saison nicht in Betrieb – und ob jeder Radfahrer per Handkurbel den Fluss überqueren möchte, ist auch die Frage. Auch hier gilt für Auswärtige: Zusätzliche Radplaner-Karte oder -App sind immer hilfreich.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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