Rund 30 Kinder einer Kita in Dorsten müssen derzeit zu Hause bleiben. Für die Eltern ist das aus unterschiedlichen Gründen eine Herausforderung. © picture alliance/dpa
Corona

Quarantäne für Kita-Kinder – das müssen Familien beachten

Etwa 30 Kinder einer Kita in Dorsten sind nach zwei Coronafällen derzeit zu Hause. Die Familien müssen vieles bedenken, sonst droht ein hohes Bußgeld. Sogar der Müll spielt eine Rolle.

Es ist nicht der erste Corona-Fall in einer Kindertagesstätte in Dorsten. Doch das Beispiel der Kita an der Pestalozzistraße im Stadtteil Hardt zeigt, wie lange Familien derzeit im Ungewissen gelassen werden, wenn in „ihrer“ Einrichtung ein Kind erkrankt ist, welche Auflagen sie einhalten müssen und wie teuer es theoretisch werden kann, wenn sie sich nicht an diese Auflagen halten.

Kita war einen Tag komplett geschlossen

Zwei von 80 Kindern der Hardter Kita waren Ende letzter Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin entschied der Geschäftsführer des evangelischen Kirchenkreises Dinslaken, Reimund Schulz, dass die Kita am Montag (19.10) geschlossen bleibt. Eine andere Möglichkeit sah er nicht. „Der Gesundheitsschutz geht vor.“

Einen Tag später durften zumindest die Mädchen und Jungen aus zwei Gruppen wiederkommen. Die andere Hälfte muss mindestens bis nächste Woche zu Hause bleiben, weil sie direkten Kontakt zu den erkrankten Altersgenossen hatte. Ob sich einige der rund 30 Kinder angesteckt haben, steht noch nicht fest. „Erst am Mittwoch sind die Kinder im ev. Gemeindezentrum an der Friedenskirche getestet worden“, bestätigte ein Vater. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Teilweise am Dienstag (20.10.), teilweise am Mittwoch (21.10.) meldete sich das Gesundheitsamt per Telefon bei den Familien – damit war die Quarantäne „offiziell“. Betroffene Familien bekamen am Mittwoch und Donnerstag per Post von der Stadt Dorsten eine „Anordnung von Schutzmaßnahmen – häusliche Absonderung“, weil ihre Kinder als „ansteckungsverdächtig“ gelten.

Es droht ein „Zwangsgeld“ von 5000 Euro

Die Eltern haben es nun schwarz auf weiß, dass ihnen im Fall der Zuwiderhandlung gegen die Anordnung ein „Zwangsgeld“ von 5000 Euro droht. Ihre Kinder dürfen in den nächsten Tagen die häusliche Umgebung nicht verlassen und keine Kontakte außerhalb des Haushaltes haben.

Väter und Mütter müssen eine Liste führen, mit welchen Personen ihre Kinder in den letzten beiden Tagen vor der Ordnungsverfügung engen Kontakt hatten. Außerdem – das sollte selbstverständlich sein – müssen sie den Gesundheitszustand ihrer Kinder beobachten und bei Symptomen den Hausarzt einschalten.

Fettgedruckt in dem offenbar standardisierten Schreiben heißt es. „Wer sich über die Quarantäneanordnung hinwegsetzt, begeht außerdem eine Straftat, die mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird.“

Erst in Säcke, dann in die Tonne

Neben der Anordnung haben die betroffenen Familien auch Post vom städtischen Entsorgungsbetrieb (EBD) erhalten. Abfallvermeidung und -trennung seien jetzt „besonders wichtig“, heißt es, allerdings sollten Restmüll, Verpackungen und Biomüll in unterschiedliche Säcke gepackt und dann in die graue Tonne gestopft werden.

Vermutlich ist die Restmülltonne dann schnell voll. Abfallsäcke neben die Tonne an den Straßenrand zu stellen, macht wenig Sinn, denn die nimmt die Müllabfuhr nicht mit. „Auf Anforderung können wir zusätzliches Restmüllvolumen für den Zeitraum der Quarantäne zur Verfügung stellen“, heißt es in dem EBD-Schreiben.

Für sogenannte Risiko-Patienten gilt dieser Mülltonnen-Service übrigens nicht. Die bleiben ja „nur“ auf Anraten ihres Arztes zu Hause.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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