79-Jähriger soll Ehefrau in Lembeck überfahren haben – weil sie ihn in flagranti erwischte

Prozessbeginn am Landgericht

Seit Dienstagmorgen muss sich ein 79-Jähriger vor dem Essener Landgericht verantworten: Er soll im September 2018 seine Ehefrau am Schloss Lembeck absichtlich mit dem Auto überrollt haben.

Essen, Dorsten

, 28.01.2020, 10:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
79-Jähriger soll Ehefrau in Lembeck überfahren haben – weil sie ihn in flagranti erwischte

Seit Dienstagmorgen befasst sich das Landgericht mit dem Tod einer Frau. Angeklagt ist der Ehemann, der seine Frau am Schloss Lembeck absichtlich überfahren haben soll. © Claudia Engel

Vor dem Landgericht Essen begann am Dienstag der Mordprozess gegen ein 79-Jährigen. Er soll seine Frau vor dem Schloss Lembeck mit dem Auto überrollt haben.

Niedere Beweggründe legt ihm die Staatsanwaltschaft zur Last. Die Anklage lautet auf Mord. Er habe seine 65-jährige Ehefrau loswerden wollen, weil sie seiner Beziehung mit einer anderen im Weg stand.

Die Langzeitfreundin des Angeklagten saß mit im Auto, als es am 30.9.2018 in der Zufahrt zum Schloss Lembeck zu dem folgenschweren Unglück kam.

Die Ehefrau hatte ihren Mann und dessen Freundin mit dem Auto verfolgt. Sie wollte den 79-Jährigen zur Rede stellen. Als er auf dem Parkplatz anhielt, stieg die Ehefrau aus ihrem Pkw und klopfte an die Scheibe auf der Beifahrerseite. „Wir müssen hier weg“, soll die Geliebte dem Fahrer zugerufen haben; er gab daraufhin Gas, die Frau am Auto fiel hin.

Ehefrau im Rückwärtsgang überrollt

Was dann geschah, schildert die Anklage so: Der 79-Jährige habe den Rückwärtsgang eingelegt, Warnsignale und Bilder, die die auf der Straße liegende Frau zeigten, ignoriert und die Wehrlose mit dem rechten Hinterrad überrollt. Seine Ehefrau erlitt schwerste Verletzungen und starb an einem Herzriss.

Weiter heißt es: „Erste Hilfe leisteten der Mann und seine Beifahrerin nicht.“ Stattdessen hätten sie den Notruf gewählt, „um den Anschein eines Unfalls“ aufrechtzuerhalten.

Der Mann sagte am Dienstag nichts zum Unfallgeschehen. Die Staatsanwaltschaft stützt sich auf ein Gutachten, das den Vorsatz des Angeklagten belegen soll.

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