Schweigt weiter: der angeklagte Ex-Boxprofi im Essener Landgericht. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Prozess gegen Ex-Boxer: Türen bleiben geschlossen

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Ex-Boxweltmeister aus Dorsten wird es für Zuschauer immer schwerer, sich selbst ein Bild zu machen. Am Donnerstag blieben die Beteiligten unter sich.

Der zweite Verhandlungstag hatte kaum begonnen, da war er für die Zuschauer auch schon wieder vorbei: Im Prozess gegen einen ehemaligen Boxweltmeister, der lange in Dorsten gelebt und trainiert hat, ist am Donnerstag kurzerhand die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden.

Es war der Tag, an dem die Vernehmung des zweiten mutmaßlichen Opfers auf dem Plan stand. Die heute 24-Jährige hatte sich schon deutlich vor Prozessbeginn im Essener Landgericht eingefunden. Gemeinsam mit ihrem Anwalt stand sie am Rand des Saales, die Anspannung war ihr deutlich anzusehen.

Massive Vergewaltigungs-Vorwürfe

Als der Angeklagte schließlich von den Wachtmeistern hereingeführt wurde, atmete sie einmal tief durch, nahm dann auf dem Zeugenstuhl Platz.

14 oder 15 war sie, als sie den Profisportler kennenlernte. Laut Staatsanwaltschaft wurde erst gekuschelt, dann soll sich auch eine intime Beziehung entwickelt haben.

Zwei massive Vorwürfe stehen in der Anklageschrift. In beiden Fällen geht es um Vergewaltigung. Was sie selbst dazu sagt, wird nicht nach draußen dringen. Weil laut Gericht intime Details zur Sprache kommen werden.

Der Angeklagte selbst sitzt zurzeit eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten ab – wegen Vergewaltigung einer Schülerin. Zu den neuen Vorwürfe hat er sich nicht geäußert. Nach Angaben seiner Verteidiger bestreitet er.

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