Auf der Suche nach dem Unfallort auf der B 58 irrten die Einsatzkräfte zunächst durch den Dorstener Norden. © Guido Bludau (A)
Unfall auf der B 58

Polizei und Feuerwehr suchten eine halbe Stunde nach dem Unfallort

Fast 30 Minuten dauerte es, bis Polizei und Rettungswagen eine Unfallstelle zwischen Wulfen und Lippramsdorf gefunden hatten. Die Einsatzkräfte hatten zunächst an anderer Stelle gesucht.

Zwei erheblich beschädigte Autos, zwei schwer verletzte Insassen, eine völlig verstopfte Bundesstraße – der Ort des Geschehens sollte für Polizei und Feuerwehr leicht zu finden sein, könnte man meinen. Doch die Einsatzkräfte kamen am Dienstag (27.4.) erst mit erheblicher Verzögerung.

Fast 30 Minuten dauerte es nach Meinung von Zeugen wohl, bis die ersten Helfer an der B 58 zwischen der ehemaligen Wulfener Schachtanlage und dem Ortseingang Lippramsdorf eintrafen. Dort waren zwei Fahrzeuge frontal zusammengestoßen. „Die Kollegen haben alles versucht, um möglichst schnell am Unfallort zu sein“, bestätigte Polizeisprecher Andreas Lesch am Mittwoch auf Anfrage. „Aber es gab verschiedene Hinweise zu ganz unterschiedlichen Örtlichkeiten.“

Einsatzkräfte wurden zunächst nach Lembeck geschickt

Offenbar waren Polizei und Feuerwehr zunächst nach Lembeck geschickt worden. Wahrscheinlich ist, dass im ersten Anruf eines Unfallzeugen von „zwischen Dorsten und Lippramsdorf“ die Rede gewesen ist. Streifenwagen und Rettungsdienst wurden daraufhin erst mal in Richtung Lembeck geschickt, doch entlang der Lippramsdorfer- und Rhader Straße bis zur Auffahrt zur A 31 war weit und breit kein Unfall.

Dass es ihn tatsächlich gegeben hatte und sie keiner Falschmeldung aufgesessen waren, erfuhren die Einsatzkräfte wenig später. Denn dank des Notrufsystems des am Unfall beteiligten Fahrschulwagens aus Marl konnte mithilfe des Autoherstellers die Unfallstelle auf der B 58 präzise geortet werden. Die Helfer waren dann schnell zur Stelle, die Insassen der beiden Fahrzeuge wurden wenig später in Krankenhäuser nach Gelsenkirchen und Recklinghausen gebracht.

Kaum Anrufe in den Notrufzentralen

Unabhängig von der womöglich falschen Alarmierung, die in der Aufregung vielleicht sogar passieren kann, steht die Polizei aber noch vor einem anderen Rätsel: „Normalerweise gibt es bei einem solch schweren Unfall an prägnanter Stelle eine Vielzahl von Anrufen“, sagt Andreas Lesch. „Das war aber in diesem Fall nicht so.“

Je mehr Zeugen sich jedoch melden und Angaben zum Unfallort machen und ob es Verletzte gibt, desto besser lässt sich die Hilfe steuern.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
Zur Autorenseite
Stefan Diebäcker
Lesen Sie jetzt