Polizei sprengt bei Razzia Sprengstoff-Plattform - eine Spur führte nach Dorsten

Cyberkriminalität

22 deutsche Verdächtige, Ermittlungen in neun Bundesländern und in Litauen und Kroatien: Die Polizei hat bei einer Großrazzia ein Sprengstoff-Netz ausgehoben. Eine Spur führte nach Rhade.

Dorsten, Rhade

, 20.08.2019, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizei sprengt bei Razzia Sprengstoff-Plattform - eine Spur führte nach Dorsten

In Rhade und anderswo sicherten die Beamten umfangreiches Beweismaterial. © Guido Bludau

Die Polizei hat in einem internationalen Großeinsatz mit Durchsuchungen in NRW die frei im Internet zugängliche Sprengstoff-Plattform „xplosives.net“ stillgelegt. Der Server und zahlreiche Datenträger seien beschlagnahmt worden, sagte der Präsident der zuständigen Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig, am Dienstag. Auf der Plattform seien Anleitungen zum Bau von Kriegswaffen und Bomben sowie zur Herstellung von Sprengstoff zu finden gewesen. Das geht aus einer Agenturmeldung von Dienstagnachmittag hervor.

Sprengstoff und Rauschgift sichergestellt

Der Einsatz habe am Dienstagmorgen um 4.30 Uhr in neun Bundesländern sowie in Litauen und Kroatien begonnen. Dabei seien Sprengstoff und Rauschgift sichergestellt worden. Die Durchsuchungen richteten sich gegen 22 deutsche Verdächtige im Alter von 17 bis 55 Jahren. Alle Verdächtigen sind auf freiem Fuß. Rund 1000 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Polizei Göttingen beteiligt.

Eine Spur führte die Ermittler nach Rhade. Hier wurde in einem Wohnhaus Am Stuvenberg umfangreiches Beweismaterial gesichert. Unter den Funden, die sich bundesweit ergaben, waren Grundstoffe zur Herstellung von Sprengstoff und Betäubungsmitteln, Sprengstoffe, Betäubungsmittel, Speichermedien, Waffen- bzw. Waffenteile.

Die Polizei in Göttingen teilt mit, dass die stillgelegte Internet-Domain „zu einem Online-Forum gehörte, auf dem umfangreich und detailliert die Herstellung von Sprengstoffen und synthetischen Betäubungsmitteln dargestellt wird“. Zudem werde das Board, das im Internet für jedermann abrufbar war, für den Handel mit Betäubungsmitteln und chemischen Grundstoffen genutzt.

3.000 Mitglieder sind in der Domain registriert

Aktuell seien dort laut Polizei Göttingen circa 3.000 Mitglieder registriert, von denen sich im Jahr 2018 ungefähr 360 Nutzerinnen und Nutzer aktiv beteiligt haben. Darüber hinaus liegen Hinweise auf wiederkehrende „Spreng Conventions“ in der realen Welt vor, die durch zahlreiche im Internet hochgeladene Videos dokumentiert werden. Ferner fand die Plattform auf einschlägigen Seiten auch in Verbindung mit dem G20-Gipfel im Jahr 2017 in Hamburg Erwähnung.

Lesen Sie jetzt