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Polizei nimmt Geisterradler in Dorsten ins Visier

dzVerkehrssicherheit

Die Polizei hat einen Schwerpunkteinsatz in Dorsten durchgeführt. Besonders im Visier: Geisterradler. Nicht jeder Radfahrer akzeptierte das Verwarngeld ohne Weiteres.

Dorsten

, 18.04.2019 / Lesedauer: 3 min

20 Euro kostet Radfahrer das Fahren auf der falschen Seite. Im schlimmsten Fall bezahlen Geisterradler das Vergehen aber mit dem Leben. Erst Anfang März verletzte sich ein 81-Jähriger auf der Borkener Straße in Holsterhausen schwer, als er von einem Auto erfasst wurde, das vom Parkplatz eines Supermarktes fuhr. Die Autofahrerin hatte den auf der falschen Seite fahrenden Mann übersehen.

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Die Borkener Straße war am Donnerstag eine von zwei Stellen in Dorsten, die sich die Polizei Recklinghausen für den Schwerpunkteinsatz „Radfahrsicherheit“ ausgewählt hatte. Die Polizeihauptkommissare und Verkehrssicherheitsberater Erich Kunze und Michael Verleger kontrollierten außerdem an der Halterner Straße. Besonders im Visier: Geisterradler.

„Die größte Gefahr ist, dass Radfahrer, die auf der falschen Seite unterwegs sind, an Einmündungen und Kreuzungen von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden“, sagte Erich Kunze. Das Verletzungsrisiko sei enorm, betonte Michael Verleger: „Radfahrer sind nicht angegurtet und haben auch kein Blech drumherum.“

21 Geisterradler am Donnerstag in Dorsten verwarnt

Insgesamt 21 Geisterradler erwischten die Beamten am Donnerstag in Dorsten. Nicht jeder akzeptierte das Verwarngeld so ohne Weiteres. Ein älterer Mann war sogar so dreist, gleich nach der Verwarnung noch in unmittelbarer Nähe der Polizisten wieder aufs Rad zu steigen und weiter auf der falschen Seite zu fahren. Mit einem beherzten Spurt fing Michael Verleger den renitenten Radler aber wieder ein.

Ein anderer Geisterradler fuhr die Polizisten beinahe um, als die sich ihm in den Weg stellten. Er war nicht nur auf der falschen Seite unterwegs, sondern auch noch mit defekten Bremsen und abgeknicktem Vorderlicht. Als die Beamten ihn belehrten, warf er ihnen Arroganz vor. „Am Ende sind wir dann die Bösen“, meinte Erich Kunze beiläufig. „Das kommt schon mal vor, aber heute sind irgendwie fast alle sauer.“

In Dorsten, Marl, Recklinghausen und Datten verunglücken kreisweit die meisten Radler

Die Zahl der verunglückten Radfahrer im Kreis Recklinghausen ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um fast 14 Prozent auf 682 gestiegen. In Dorsten gab es im gleichen Zeitraum zwar einen kleinen Rückgang von 75 auf 70. Kreisweit zählt Dorsten zusammen mit Datteln, Marl und Recklinghausen aber zu den Gemeinden mit den meisten verunglückten Radfahrern.

In all diesen Gemeinden gab es in dieser Woche Schwerpunkteinsätze der Polizei. Schon seit 2008 läuft das Projekt „Radfahrsicherheit im Polizeipräsidium Recklinghausen“. Es deckt mit Projekttagen und verstärkten Kontrollen sowohl den präventiven als auch den repressiven Bereich ab.

Radfahrer gelten als „schwache“ Verkehrsteilnehmer, mahnt die Polizei. Deshalb sei es umso wichtiger, Verkehrsvorschriften zu beachten und auch eigene Maßnahmen für mehr Sicherheit zu ergreifen. Dazu gehören etwa das Tragen eines Fahrradhelms und der verkehrssichere Zustand des Fahrrads. Auffällige Kleidung, etwa mit fluoreszierenden Farben, erhöhe außerdem die Sichtbarkeit des Radfahrers.

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