Die Einsatzkräfte der Polizei stoppten einen Kleinwagen aus Remscheid in der Ausfahrt Holsterhausen der A31 mit Nachdruck: Ein Einsatzfahrzeug fuhr hinten auf den Wagen auf, ein anderes stellte sich quer davor. © Guido Bludau
SEK-Einsatz?

Polizei jagt Verdächtigen auf der A31 – Zeugen sahen filmreife Szenen

Spektakulärer Polizeieinsatz auf der A31: In der Ausfahrt Holsterhausen gelang Spezialeinsatzkräften der Zugriff auf einen Verdächtigen. Zeugen waren geschockt.

Ein Dorstener ist am Dienstagnachmittag unfreiwillig Zeuge eines spektakulären Einsatzes der Polizei auf der Autobahn 31 in Dorsten geworden. Und mit ihm ein paar weitere Autofahrer: „Die saßen schreckstarr in ihren Autos“, sagt der Mann.

Nach Aussagen des Dorstener Fahrers beobachtete er gegen 14.45 Uhr, wie in Höhe der A 31-Auffahrt Kirchhellen mehrere Mannschaftswagen der Polizei an ihm vorbeirasten. „Ich bin etwa 100 km/h gefahren. Die waren wirklich schnell unterwegs“, ist er überzeugt.

Kleinwagen auf ungewöhnliche Weise gestoppt

Warum die Polizeiautos so rasant fuhren, konnte der Mann wenige Minuten später als Augenzeuge an der Ausfahrt Holsterhausen der A31 in Richtung Emden unmittelbar miterleben: „Ein Polizeiwagen fuhr in der Ausfahrt auf einen Kleinwagen auf, ein anderer stellte sich quer vor das Fahrzeug, damit es nicht weiterfahren konnte“, sagt der Dorstener.

Was dann geschah, war richtig filmreif: Aus dem Augenwinkel sah der Dorstener, wie bewaffnete Einsatzkräfte aus ihrem Auto sprangen und das angehaltene Fahrzeug umzingelten. „Das hat ältere Leute, die in ihrem Fahrzeug saßen, sichtbar geschockt“, so der Beobachter.

Ein weiterer Zeuge berichtete wenig später, dass die Einsatzkräfte wohl eine Scheibe an dem so abrupt gestoppten Kleinwagen eingeschlagen haben. „Vermutlich, um Zugriff auf den Insassen zu bekommen“, meint dieser Beobachter.

Polizei schweigt über den ungewöhnlichen Einsatz

Die Polizei bestätigte die Augenzeugenberichte nicht. Von der Autobahnpolizei Münster war zwar zu erfahren, dass es einen Einsatz gegeben habe und dass es zu einer Festnahme gekommen sei: „Mehr dürfen wir nicht dazu sagen, da müssen sie bei der Einsatzleitung nachfragen“, hieß es.

Die Verantwortlichen für den Einsatz waren aber keine naheliegenden Polizeibehörden. Von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde in Recklinghausen hieß es auf Anfrage nur, dass „der Einsatz einem Ermittlungsverfahren der Polizei in Fulda geschuldet“ sei.

Fahrzeug aus Remscheid war ein Lieferdienstwagen

Warum der Zugriff in Dorsten in der Ausfahrt Holsterhausen der A31 erfolgte, darüber schweigt sich die Polizei aus. Sie bestätigte auf Anfrage auch nicht, dass es eine Festnahme durch ein Spezialeinsatzkommando oder die Bundespolizei gegeben habe und der flüchtende Fahrer mit einem Fahrzeug aus Remscheid unterwegs gewesen sei. Nicht bestätigt wurde zudem, dass es sich um einen Lieferdienst-Wagen gehandelt habe.

„Die Polizei in Fulda hat mit der zuständigen Staatsanwaltschaft vereinbart, keine weiteren Angaben zu dem Fall zu machen“, so Andreas Lesch, Sprecher der Polizei in Recklinghausen. Womöglich gebe es zu einem späteren Zeitpunkt noch Informationen.

Besteht ein Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt in Fulda?

Die Deutsche Presseagentur hat am Montag ein Tötungsdelikt in Fulda gemeldet. Demnach hat die Polizei in einem Auto einen toten Mann entdeckt, der offenbar erschossen worden ist. Das soll die Polizei in Fulda berichtet haben. Todesumstände und -ursache des Mannes seien aber noch unklar, hieß es weiter. Eine Obduktion sei angeordnet worden.

Die Ermittlungen liefen „in alle Richtungen“, erklärte die Polizei in Fulda gegenüber der Deutschen Presseagentur. Spezialisten des hessischen Landeskriminalamts waren ebenso im Einsatz wie ein Spürhund und eine Drohne. Ob dieser Leichenfund im Zusammenhang mit dem Einsatz in Dorsten steht, beantwortete die Polizei am Dienstag nicht.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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