Der Ausraster des Angeklagten geschah auf der Kanaluferseite des Mercaden-Einkaufszentrums. © Michael Klein
An den Mercaden

Polizei ermittelt Tatverdächtige (15 und 16 Jahre) nach fieser Attacke

Die Polizei hat am Montag nach dem schockierenden Überfall auf zwei 17-Jährige an den Mercaden drei Tatverdächtige ermittelt. Sie sollen 15 und 16 Jahre alt sein.

Dieser Fall hat Aufsehen erregt: Am Sonntagnachmittag wurden zwei 17-jährige Dorstener Opfer eines brutalen Angriffs an den Mercaden in Höhe der Unterführung Hochstadenbrücke.

Einer der 17-Jährigen erlitt schwere Verletzungen, als er mit einem Schlagstock von einer unbekannten Zahl von Angreifern attackiert wurde. Sein Freund wurde bei dem gewalttätigen Angriff leicht verletzt. Als Drohmittel eingesetzt worden sein soll zudem eine Pistole.

Wie die Polizei am Dienstag bekannt gab, wurden am Montag drei Tatverdächtige ermittelt. Es sind Dorstener. Zwei sind 15 Jahre alt, einer 16. Bei einer Wohnungsdurchsuchung durch die Ermittler wurde eine Schreckschusswaffe gefunden und sichergestellt. Ob sie im Zusammenhang mit der Tat eingesetzt worden ist, ist laut Auskunft von Polizeisprecher Andreas Lesch noch offen.

Die Angreifergruppe soll deutlich größer gewesen sein

Auf Facebook haben Kommentatoren aus dem Umfeld der Opfer geschrieben, dass die Angreifergruppe deutlich größer gewesen sein soll. Eine Frau berichtet von einer etwa 20-köpfigen Gruppe. Die beiden 17-Jährigen hatten sich zum Zeitpunkt des brutalen Übergriffs ebenfalls in einer größeren Gruppe aufgehalten.

Die Polizei berichtet, dass die Ermittlungen andauern, um mutmaßlichen weiteren Beteiligten auf die Spur zu kommen.

Warum sich überhaupt größere Gruppen von Jugendlichen an den Mercaden zusammengerottet haben, steht im krassen Widerspruch zu der jetzigen Coronaschutzverordnung. Demnach sind Gruppentreffen, auch in der Öffentlichkeit, nicht gestattet.

Lippetal ein gefährliches Pflaster? Polizei widerspricht Gerüchten

Gerüchteweise hieß es auch, dass der Bereich hinter den Mercaden und die Lippewiesen ein gefährliches Pflaster für arglose Mitmenschen sei. Dort lungerten, so das auf Facebook verbreitete Gerücht, des Öfteren finstere Gestalten herum. Die Polizei sagt nach einer Auswertung ihres Materials dazu: „Das Lippetal mit der Region rund um die Mercaden ist nicht auffällig.“ Heißt: „Ermittlungsmäßig“ ist hier nicht mehr los als anderswo in Dorsten.

Dass die Jugendlichen am Sonntagnachmittag dort wahrscheinlich in Cliquen herumlungerten, ist der Polizei nicht bekannt gewesen. Hinweisen auf größere Menschenansammlungen wäre sie nachgegangen, wenn der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt nicht im Einsatz gewesen wäre. Der war am Sonntag aber wie stets unterwegs. Nur können die Ordnungshüter nicht überall gleichzeitig sein. Da hätte es dann schon einen konkreten Hinweis auf die Menschenansammlungen geben müssen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
Zur Autorenseite
Claudia Engel

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.