Leseraktion

„Plattenbau“ mit großem Vorsprung „Wort des Jahres 2020“ in Dorsten

Der „Plattenbau“ lag bei unserer Leser-Abstimmung zum „Dorstener Wort des Jahres 2020“ weit vorn. Für einen Laden-Inhaber angesichts der schlechten Zeiten wenigstens eine gute Nachricht.
Der Plattenbau-Laden befindet sich in der Freiligrathstraße in Hervest. © Michael Klein

Ganz am Anfang lag der Tisa-Brunnen noch vorne – doch dann wendete sich das Blatt schnell. Und dieser Begriff gab dann bis zum Ende der Umfrage den ersten Platz nicht mehr ab: Bei unserer Wahl zum „Wort des Jahres 2020“ machte der Begriff „Plattenbau“ mit komfortablem Vorsprung das Rennen. Fast die Hälfte der an unserer Internet-Umfrage teilnehmenden Leser votierten für diesen Namen.

Name für Schallplattenladen

Der Name „Plattenbau“ ist zwar auch in anderen, vor allem ostdeutschen Städten ein Begriff. Doch anders als ein aus Betonfertigteilen hergestelltes Hochhaus ist der Dorstener „Plattenbau“ ein Wortspiel: Denn die „Platten“ sind in unserem Fall nicht aus Stein, sondern aus Vinyl: Geschäftsmann Heinz-Bernd Töns hat nämlich seinem Schallplattenladen den Namen „Plattenbau“ gegeben.

Mitte Oktober hatte der Musikveranstalter, der auch das „Vinylcafe Schwarzes Gold“ im Creativ-Quartier Fürst Leopold betreibt, an der Freiligrathstraße 19 in Hervest seinen Schallplatten- und CD-Laden eröffnet.

Heinz-Bernd Töns in seinem Laden. Er freut sich, dass der
Heinz-Bernd Töns in seinem Laden. Er freut sich, dass der “Plattenbau” zum Wort des Jahres in Dorsten gewählt wurde. © Michael Klein © Michael Klein

Die Neueröffnung war der Coronakrise geschuldet. Denn als Veranstalter war Heinz-Bernd Töns, der nebenbei einen Online-Handel für gebrauchte Platten betreibt und die Räume an der Freiligrathstraße als Lager genutzt hatte, schwer gebeutelt worden. „Ich habe den Plattenladen vor allem deswegen eröffnet, um so etwas Geld hinzuverdienen zu können.“

„Coole Sache“

Pech für ihn, dass nach dem „Vinylcafe“ im zweiten Lockdown nun auch der „Plattenbau“ geschlossen ist. „Nur Abholung auf Vorbestellung ist möglich“, so Töns. Dass der Name seines Ladens „Wort des Jahres“ in Dorsten geworden ist, freut ihn sehr. „Coole Sache“, sagt er.

Inspiriert zu dem Begriff hat ihn ein Plattengeschäft, das im „ostalgischen“ Kinofilm „Sonnenallee“ zu sehen ist. „Schon vor ein paar Jahren hatte ich mir Visitenkarten mit dem Schriftzug Plattenbau drucken lassen“, so Töns. „Es war immer mein Traum, unter dem Namen einen Plattenladen zu betreiben.“

396 Teilnehmer hatten bei unserer Internet-Umfrage ihre Stimme abgegeben. Insgesamt sechs Vorschläge standen zur Wahl. Der „Plattenbau“ vereinte 48 Prozent der Stimmen. 17 Prozent votierten für den Begriff „Tisa-Brunnen“ (das Wahrzeichen des Dorstener Marktplatzes wurde im vergangenen Jahr abgebaut). „Fußgängerzone“ und „eindorsten“ (jeweils 10 Prozent), „Hamster-Plakate“ (9 Prozent) und „Fördergerüst“ (6 Prozent) folgten auf den Plätzen.

Die Sieger seit 2011

Die bisherigen „Wort des Jahres“-Sieger in Dorsten: „Dorstalgie“ (2011), „Radiotag“ (2012), „Freibad“ (2013), „Baustellenchaos“ (2014), „Poldern“ (2015), „Stadtstrand“ (2016), „Dreifach-Jubiläum“ (2017), „Stadtkrone“ (2018) und „Winterzauber“ (2019).

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