Pläne für ein großes Neubaugebiet im Süden von Dorsten gehörig gestutzt

dzBeerenkamp

Aus den geplanten 150 Wohneinheiten zwischen Kirchhellener Allee und der Gladbecker Straße werden deutlich weniger. Aber auf einem Teil des Beerenkamp-Geländes tut sich etwas Neues.

Dorsten

, 25.03.2019 / Lesedauer: 3 min

150 neue Wohneinheiten waren hier im Dorstener Süden geplant, auf 18 Hektar Größe, nördlich der früheren Kiesbahn-Strecke von der Gladbecker Straße hin bis zur Kirchhellener Allee. Doch diese Pläne werden in dieser Größenordnung so erst einmal nicht verwirklicht: Der erst seit Anfang 2017 rechtsverbindliche Bebauungsplan Auf dem Beerenkamp/Schwickingsfeld ist vorerst gehörig gestutzt worden.

Auf Bauabschnitt wird verzichtet

Die Politik beschloss in der vergangenen Woche, zunächst auf die Bebauung dreier landwirtschaftlicher Flächen (geplanter Bauabschnitt C) zu verzichten - und folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung. Nur wenn Dorsten irgendwann dringend neue Wohnbauflächen benötigen sollte, sollen diese Pläne wieder aus der Schublade geholt werden, hieß es in der Sitzung des Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses.

Von diesen Plänen unberührt ist ein anderer Beerenkamp-Bebauungsplan, und zwar der für das nördliche Eck-Grundstück an der Gladbecker Straße. Dies erklärte die Verwaltung in der Einwohner-Fragestunde auf Nachfrage eines Bürgers. Wie berichtet, will die „Wohnbau Overhagen“ aus Kirchhellen drei Gebäude mir 24 Wohneinheiten dort errichten.

Zu hohe Lärmbelastung

Während sich die Politik beim Bauabschnitt C für die Zukunft also noch ein kleines Hintertürchen offen ließ, ist nun ein Teil des Bauabschnitts B ganz vom Tisch. Diese Fläche grenzt an die viel befahrene Kirchhellener Allee und soll nach Willen der Politik wegen dieser Lärmbelastungen nun nicht mehr umgesetzt werden.

Politik hat Bauchschmerzen

Schon im Jahr 2011, als das Konzept erstmalig vorgestellt worden war, hatten zahlreiche Politiker Bauchschmerzen wegen der Gesamtgröße des Projekts und der fehlenden Infrastruktur zur Entwässerung gehabt.

Die Stadt wurde damals beauftragt, die Bauabschnitte zu überarbeiten und die Flächenausnutzung zu optimieren. Zunächst sollten nach Willen der Politik zudem die Bauabschnitte B (östlich des Schwickingfelds) und A (ehemalige Industrieflächen Dachpappenfabrik Dr. Kohl und eine Landwirtschaftsfläche nördlich des Dr. Kohl-Parkplatzes) entwickelt werden.

Baubeginn erfolgt bald

Das ist inzwischen passiert, die Flächen sind bereits hergerichtet und vermarktet. Insgesamt fast 60 Wohneinheiten sollen hier entstehen, nach Informationen der Stadtverwaltung kann auf dem sanierten Dr.-Kohl-Gelände und auf der früher landwirtschaftlich genutzten Fläche im Norden des Plangebiets in den nächsten Wochen mit dem Baubeginn der ersten neuen Häuser gerechnet werden.

Pläne für ein großes Neubaugebiet im Süden von Dorsten gehörig gestutzt

Auf dem Gelände eines früheren Bauschutt- und Container-Dienstes an der Straße "Auf dem Beerenkamp" laufen die ersten Aufräumarbeiten. © Michael Klein

Zum Bauabschnitt A gehörte ursprünglich auch das Firmengelände eines ehemaligen Metallverarbeitungsgeländes an der Straße „Auf dem Beerenkamp 8 bis 12“. Dieser Bereich war im Jahre 2015 aber zunächst aus dem Planentwurf herausgenommen worden.

Grund: Auf dem Grundstück hatten spätere gewerbliche Mieter Bauschutt, Bodenaushub, Bodenschwellen und Sperrmüll aufgehäuft. Der damalige Grundstückseigentümer sollte sich erst einmal an die nötige Sanierung des Geländes machen.

28 Wohneinheiten geplant

Seit ein paar Wochen tut sich hier aber etwas. Der Grundstücks-Besitzer hat nach Angaben der Stadt das Gelände an einen Immobilien-Investor verkauft, der nun die von vornherein geplante Wohnbebauung (Einfamilien- und Doppelhäuser mit ungefähr 28 Wohneinheiten) realisieren will, sobald die Politik auch diese Fläche auf den Weg bringt.

Sträucher und Bäume entfernt

Derzeit sei ein Sanierungskonzept in Abstimmung mit den Behörden in der Mache, so die Stadt. Auf dem Gelände sind bereits die Bagger mit den ersten Aufräumarbeiten zu Gange: Die Arbeiter haben mit dem schweren Gerät den Strauch- und Baumbewuchs entfernt und schichten derzeit die unterschiedlichen Ablagerungen zu Haufen auf.

Nach Angaben von Dagmar Stobbe (Planungsamt) gibt es im Erdreich keine Kontaminationen, die eine spätere Wohnnutzung behindern würden.

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