Der Prozess um eine mutmaßliche Tierabwehrspray-Attacke unter zerstrittenen Schwestern in Dorsten geht in die Verlängerung. © Werner von Braunschweig
Landgericht Essen

Pfefferspray gegen die eigene Schwester: Dorstenerin pocht auf Notwehr

Im August 2019 eskaliert ein Streit zwischen zwei Schwestern in Dorsten mit einem Pfefferspray-Eklat. Ob die Sprüherin verurteilt bleibt, ist offen. Der Prozess geht in die Verlängerung.

Der Prozess um einen Tierabwehrspray-Einsatz unter zerstrittenen Schwestern in Dorsten geht in die Verlängerung. Wie das Essener Landgericht mitteilte, hat die zuständige 8. Berufungskammer zwei weitere Verhandlungstermine anberaumt. Das Urteil fällt nun voraussichtlich frühestens am 24. November.

In dem Prozess wehrt sich eine Dorstenerin (61) gegen ihre erstinstanzliche Verurteilung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung. Hintergrund für die Bestrafung durch das Amtsgericht Dorsten am 14. Juli 2020 war ein außer Kontrolle geratenes Aufeinandertreffen der 61-Jährigen mit ihrer Schwester, mit der sie nach eigenen Angaben „seit 40 Jahren keinen Kontakt mehr“ gehabt hat.

Erbitterter Familienstreit

Dabei soll die Angeklagte ihrer Schwester eine ganze Flasche Tierabwehrspray ins Gesicht gesprüht haben. Wie es vor Gericht hieß, schwelt in der Dorstener Familie offenbar ein erbitterter Familienstreit.

Die Angeklagte hat zwar eingeräumt, auf die Spraydose gedrückt zu haben („Aber nur einmal ganz kurz“), beteuerte aber gleichzeitig, dass sie keine andere Wahl gehabt habe, weil ihre Schwester sie zuvor angegriffen habe. Kurzum: Sie beruft sich auf Notwehr. Die Schwester wiederum fordert über ihren Anwalt Andreas Perner parallel 3500 Euro Schmerzensgeld. Der Prozess wird fortgesetzt.

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