Schuldrache Hardtmut hat einen neuen Anstrich erhalten und ist derzeit noch hinter einem Bauzaun eingesperrt. © Berthold Fehmer
Grundschule

Pestalozzi-Schule: Drache Hardtmut ist nicht die einzige Baustelle

Ein Drache hinter Gittern: Das ist derzeit nicht die einzige Baustelle an der Pestalozzi-Grundschule auf der Hardt. Nach dem Abbau von einigen Spielgeräten warten die Schüler auf Ersatz.

Eigentlich war zum Abschluss des Schuljahres ein Schulfest geplant, sagt Konrektorin Iris Brembt-Liesenberg. Doch das fiel, wie so vieles in diesem Pandemie-Schuljahr, dem Coronavirus zum Opfer. „Wir wollten aber noch etwas Gemeinsames und Schönes.“

Einerseits wurde das durch den Abschluss der Leselotterie realisiert. Ein kleiner Wettbewerb, den die Schule im März gestartet hatte und der die Schüler zum Lesen von vielen Büchern anregen sollte. Wer fleißig gelesen hatte, durfte nun an einer Verlosung teilnehmen und sich einen Preis aussuchen. Die Spitzenreiterin aus der 1 b hatte 22 Bücher gelesen.

In einer Leselotterie wurden die Pestalozzi-Schülerinnen und -Schüler für ihren Fleiß belohnt. Sie durften sich, wenn ihr Los gezogen wurde, einen Preis in der Mitte der Turnhalle aussuchen.
In einer Leselotterie wurden die Pestalozzi-Schülerinnen und -Schüler für ihren Fleiß belohnt. Sie durften sich, wenn ihr Los gezogen wurde, einen Preis in der Mitte der Turnhalle aussuchen. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Zum anderen soll das traurige Kapitel um Hardtmut beendet werden. Das ist der 40 Meter lange Drache auf dem Schulhof und der Hingucker für jeden neuen Besucher. Vor zwei Jahren wurde er neu gestrichen, doch schnell blätterte die Farbe wieder ab. „Wir konnten nicht ergründen, woran das lag“, sagt Brembt-Liesenberg. „Vielleicht waren es nicht optimal angepasste Farben und Grundierungen. Vielleicht war es auch die große Hitze beim Auftragen der Farbe.“

Hardtmut hat einen neuen Anstrich

Hauswart Timo Barbato hat den Drachen nun neu gestrichen. Die Stadt hatte die alte Farbe abstrahlen lassen. „Der finanzielle Schaden ist klein geblieben“, sagt Brembt-Liesenberg. Barbato habe auch Quarzsand in die Farbe gemischt, „damit sie nicht rutschig wird“. Vor allem vom Kopf des Drachens wäre ein Sturz gefährlich, weshalb dort ein Fallschutz installiert wurde. Handabdrücke von Kindern jedes Jahrgangs wünscht sich Brembt-Liesenberg nun noch auf Hardtmut – auch von den kommenden Erstklässlern.

Ansonsten gibt es laut der Konrektorin „noch einige Baustellen“: Das Schulgebäude ist wie Hardtmut mit einem Bauzaun umringt. Laut Stadtsprecher Christoph Winkel soll noch vor den Ferien ein Büro beauftragt werden, das Arbeiten an der Böschung sowie die Entwässerung des Bolzplatzes planen soll, der sich nach jedem Regen in eine Seenplatte verwandelt.

Spielgeräte sollen ersetzt werden

Dass sich dies verzögerte, sei „in erster Linie auf die Priorisierung der ‚Wir machen Mitte‘-Projekte zurückzuführen“, so Winkel. Sehnlichst erwartet wird von den Schülern auch Ersatz für die in den letzten Jahren abgebauten Spielgeräte. Von Schülerrat und den Klassen seien eine Vogelnestschaukel, ein Reck und ein neues Drehkarussell gewünscht worden, sagt Brembt-Liesenberg. „Noch in diesem Jahr“ sollen diese laut Winkel kommen. „Das Drehkarussell hat dabei Priorität.“

Wie hat sich das Corona-Jahr auf die Schüler ausgewirkt? Brembt-Liesenberg sagt, bei den Viertklässlern habe es Empfehlungen wie in den Vorjahren gegeben. Aber auch: „Es gibt Kinder, die darunter gelitten haben. Für das Aufholen des Lernrückstands nehmen wir uns Zeit.“ Unter anderem will sie ein Leseförderprogramm mit Lesepaten neu aufleben lassen, das auch digital laufen könnte. „So erreichen wir mehr Mentoren“, glaubt die Konrektorin.

„Das Netzwerk reicht hier nicht“

Stichwort Digitalisierung: Das Kollegium habe die Lockdown-Zeit genutzt, um etwa die Schulplattform „Logineo“ sowie iPads einzurichten und sogar auf eigene Kosten Beamer in Klassenräume gebracht. Aber: „Das Netzwerk reicht hier nicht“, so Brembt-Liesenberg. Das Kollegium sei bereit für die Digitalisierung des Unterrichts: „Wir können es aber nicht umsetzen.“

Laut Stadtsprecher Christoph Winkel soll die digitale Infrastruktur an der Schule im Jahr 2022 geschaffen werden: „Kabel sollen verlegt werden, Server werden eingerichtet, WLAN wird geschaffen, digitale Tafeln werden montiert.“

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Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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