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Personalrat schlägt Alarm - die Stimmung im Rathaus ist schlecht

dzStellenplan

Im Dorstener Rathaus schrillen mal wieder die Alarmglocken. Der Personalrat hat jetzt eine lange Mängelliste vorgelegt, auch die Gleichstellungsbeauftragte übt Kritik.

Dorsten

, 19.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Bevor der Haupt- und Finanzausschuss und der Stadtrat den Stellenplan der Dorstener Stadtverwaltung für das kommende Jahr beschließen, übt Personalratsvorsitzende Waltraud Hadick massive Kritik an der Personalpolitik im Rathaus. „Nach Jahrzehnten des Schuldenaufbaus findet jetzt Schuldenvermeidung um jeden Preis statt“, sagt sie. „Wir stellen seit mehreren Jahren fest, dass uns vermehrt Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichsten Gründen verlassen. Nicht selten sind sie unzufrieden aufgrund ihrer Arbeitsbelastung und -situation.“

„Wir nehmen eine Verschlechterung des Betriebsklimas wahr“

Die Stimmung in den Büros ist laut Hadick angesichts des jahrelangen Sparkurses eher mäßig: „Leider nehmen wir eine zunehmende Verschlechterung des Betriebsklimas wahr.“ Das hat allerdings nicht nur mit der Arbeitsbelastung, sondern auch mit dem Arbeitsplatz zu tun. Deshalb soll bekanntlich das Rathaus bis 2025 saniert und ein moderner Anbau errichtet werden, um auch Platz zu schaffen für die Mitarbeiter, die in dem angemieteten Verwaltungsgebäude an der Bismarckstraße arbeiten. Kostenpunkt: 40 Millionen Euro.

Personalrat schlägt Alarm - die Stimmung im Rathaus ist schlecht

Das Verwaltungsgebäude an der Bismarckstraße, von der Stadtverwaltung angemietet, soll bis 2025 geräumt werden. © Guido Bludau

Im Stellenplan für das Jahr 2019 spricht Bürgermeister Tobias Stockhoff davon, dass „die Verwaltung permanent bestrebt ist, personelle Anforderungen aufgrund neuer Aufgabenschwerpunkte mit vorhandenen Stellenkapazitäten quantitätsneutral abzudecken“. Die Personalratsvorsitzende glaubt, dass dies nahezu ausschließlich auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werde: „Es ist nicht erkennbar, dass Dienstleistungen für Bürger eingeschränkt wurden, außer dass es in manchen Bereichen eingeschränkte Öffnungszeiten gibt. Das reicht nicht!“

„Rentner und Überstunden lösen strukturelle Probleme nicht“

Wegen des Personalmangels ist die Stadtverwaltung zunehmend gezwungen, die übliche Wiederbesetzungssperre zu verkürzen und sogar zu streichen. Letzeres wäre im Sinne des Personalrates, der zudem bemängelt, dass es im Rathaus keine „Springer“ gibt. Sie könnten helfen, wenn es durch unbesetzte Stellen oder längere Erkrankungen zeitweise zu Engpässen kommt. „Stattdessen werden Rentner reaktiviert“, so Waltraud Hadick, „oder es fallen Überstunden an. Das löst aber die strukturellen Probleme nicht.“

Beim Wissenstransfer, also der Einarbeitung von neuen oder jüngeren Kollegen durch erfahrene Mitarbeiter, fehle eine Konzeption. Die Digitalisierung werde stiefmütterlich behandelt, und das Thema „Home-Office“ ist laut Hadick im Rathaus noch nicht richtig angekommen. „In der immer mobiler und digitaler werdenden Arbeitnehmerschaft sollte die Produktivität des Home-Office durch die Dienststelle nicht angezweifelt werden.“

Flexibel bei den Arbeitszeiten

Fortschritte gibt es beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Und besonders erfreulich ist aus Sicht des Personalrates, dass die Stadtverwaltung mit ihren Arbeitszeitmodellen den Mitarbeitern seit Jahren „ein sehr hohes Maß an Flexibilität bietet und damit vielen Beschäftigten den Spagat zwischen Familie und Beruf erheblich erleichtert“.

Gleichstellungsbeauftragte Vera Konieczka betont: „In Zeiten der Arbeitsverdichtung kommt dem Klima am Arbeitsplatz besondere Bedeutung zu. Umso wichtiger wird, auf einen fairen und solidarischen Umgang am Arbeitsplatz zu achten.“ In einer Zeit, in der auch Stadtverwaltungen untereinander um (sehr) gutes Personal konkurrieren, habe die Nase vorn, wer die attraktivsten Arbeitsbedingungen bietet. „Befristete Arbeitsverträge sind wenig geeignet, dauerhaft den Kampf um die besten Köpfe zu gewinnen.“
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