Passanten stoppen wütenden Randalierer nach Angriff auf Wollgeschäft

dzPolizeieinsatz

Die Polizei musste den Randalierer nur noch mitnehmen. Passanten hatten den Mann schon dingfest gemacht, der in einem Wollgeschäft randaliert und die Verkäuferinnen angegriffen hatte.

Dorsten

, 14.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Hinterhof-Streit zwischen zwei Männern hat am späten Freitagvormittag in der Fußgängerzone Essener Straße zu einem Polizeieinsatz geführt. Und zu zwei mutigen Beweisen von Zivilcourage.

Gegen 11.20 Uhr, so bestätigte die Polizei am Dienstag auf Nachfrage der Redaktion, seien zwei Mitarbeiterinnen des Wollgeschäftes an der Essener Straße 7 auf Geschrei im Hinterhof aufmerksam geworden. Zwei Männer stritten dort offensichtlich, einer sei aggressiv gewesen, der andere habe um Hilfe gerufen.

Wie Polizeisprecherin Ramona Hörst berichtet, hätten die beiden Frauen die Männer angesprochen und den aggressiveren der beiden abgelenkt.

Aggressiver Mann randalierte im Laden weiter

Ihre Einmischung „dankte“ ihnen der 31-Jährige jedoch damit, dass er vollends ausrastete, ihnen in den Laden folgte, sie beleidigte und bedrohte. Eine der Frauen sei von dem Mann sogar heftig gegen ein Regal gestoßen worden, das daraufhin zu Bruch gegangen sei. Die Frau wurde dabei leicht verletzt. Außerdem habe der Mann mit einem Werbeaufsteller geworfen.

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Auf die Hilferufe der Frauen und den Radau im Laden seien wiederum Passanten aufmerksam geworden, die den Richtung Westgraben flüchtenden Mann schließlich verfolgen und gemeinsam mit einem zufällig vorbeikommenden Radfahrer festhalten konnten, bis die Polizei ihn übernommen habe. Ramona Hörst: „Der 31-jährige Dorstener wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, als er sich beruhigt hatte. Es wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung geschrieben.“

Das Wollhaus bleibt bis zum 22. Juli geschlossen

Die Damen vom Wollhaus, das erst kürzlich von der Ursulastraße in die Fußgängerzone gezogen ist, bedankten sich noch am Freitag per Facebook rührend für die Hilfe der Passanten: „Wir möchten Danke sagen! Wir sind heute in unserem Geschäft angegriffen worden und haben unheimlich viel Hilfe von Passanten erfahren dürfen! Selten haben wir soviel Zivilcourage erlebt und sind einfach nur dankbar, dass so viele so einen großen Einsatz gezeigt haben und an unserer Seite waren! Aufgrund dieser Situation bleibt das Wollhaus ein paar Tage geschlossen und wir sind ab dem 22. Juli sehr gerne wieder für Sie da!“

Von der vorübergehenden Schließung zeugt ein handgeschriebenes Schild, das die Kunden an der Eingangstür informiert.

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Bei Facebook bekamen die Mitarbeiterinnen des Wollhauses eine Menge Zuspruch und gute Wünsche übermittelt. „Gut, dass es noch Zivilcourage gibt“, lobt ein Eintrag das beherzte Eingreifen der Passanten.

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