Schüler einer offenen Ganztagsschule bekommen ihr Essen serviert. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Kinderbetreuung

OGS und Kindergärten: Elternbeiträge sollen stetig weiter steigen

Die Politik in Dorsten wird bald über die Erhöhung der Elternbeiträge für die nächsten drei Jahre entscheiden. Bei manchen Zahlern für die OGS-Betreuung ändern sich die Richtlinien.

Nach den Sommerferien dürfte auf Eltern, die ihre Kinder im Offenen Ganztag der Grundschulen (OGS), in einer Kita oder einer Kindertagespflege betreuen lassen, höhere Beiträge zukommen. Die Politik wird am Mittwoch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses über einen Vorschlag der Stadt beraten.

Alle Elternbeiträge (Kita und OGS) werden seit einigen Jahren jährlich um 1,5 Prozent erhöht, „als Ausgleich für Kostensteigerungen“, so die Stadt. Dafür musste zuletzt jedes Jahr eine neue Satzung beschlossen werden. Jetzt soll die Erhöhung für drei Jahre festgelegt werden. Die Stadt erwartet dadurch ab 1. August 2021 einen Mehrertrag von 18.750 Euro für den Rest des Jahres, dann jeweils einen mittleren fünfstelligen Betrag mehr pro Jahr.

Stadt nimmt weniger Geld als sie könnte

Für die OGS-Beiträge legt das Land jährlich einen Höchstwert für die oberste Einkommensgruppe fest (brutto: ab 80.000 Euro). Dieser beträgt in Dorsten derzeit 197 Euro. Eigentlich hätte die Stadt seit 1. August 2020 laut Landeserlass schon 203 Euro nehmen dürfen, Corona-bedingt wurde dieser Beschluss vom zuständigen Ausschuss aber im Vorjahr nicht gefasst. Heißt: Die Stadt nimmt derzeit von den Zahlern des Höchstbetrages 6 Euro pro Kind und Monat weniger ein als sie eigentlich könnte.

Nach einer Neuregelung wird der Höchstwert nun nicht mehr vorgegeben, sondern das Land erlaubt den Kommunen jährliche Anpassungen des geltenden Höchstwertes um drei Prozent. Ausgehend von dem in NRW aktuell zulässigen Höchstwert von 203 Euro ergibt sich damit für das Schuljahr 2021/2022 ein neuer Höchstwert von dann 209 Euro. Den will nun auch die Stadt Dorsten verlangen – auch wenn die Höchstzahler bislang 197 Euro und nicht 203 Euro zahlen.

Ab 1. August 2022 wären für Höchstzahler 215 Euro fällig, ab 1. August 221 Euro. Auch für Eltern mit weniger Einkommen sollen sich die OGS-Beiträge erhöhen. Bei Eltern, die 60.000 bis 80.000 Euro verdienen, steigern sich die monatlichen Beiträgen aber nur in 2-Euro-Schritten pro Jahr, bei den Eltern im Verdienstgefüge von 40.000 bis 60.000 Euro um jeweils einen Euro. Wer weniger als 40.000 Euro verdient, bezahlt bis Sommer 2024 genau so viel wie bisher.

Kita-Beiträge steigen um 1,5 Prozent

Auch die Beiträge für Kitas und die Kindertagespflegeeinrichtungen sollen in den nächsten drei Jahren steigen, wie gehabt um jeweils 1,5 Prozent. Das würde – um nur ein Beispiel zu nennen – bedeuten, dass Eltern mit einem Bruttoeinkommen von 50.000 bis 60.000 Euro, die ein Kind über drei Jahre 35 bis 45 Stunden wöchentlich betreuen lassen, ab Sommer 2021 194 Euro bezahlen, im Jahr darauf 196 Euro, dann 198 Euro.

Für Besserverdienende sind die Erhöhungen dementsprechend jeweils größer, für geringer Verdienende ändert sich zum Teil nichts.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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