Östrich sucht einen Konferenz-Namen, die Hardt hat ihn bereits

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„Gemeinsam Hardt! - so lautet der Name für die neue Stadtteilkonferenz. So weit sind die Östricher noch nicht. Aber dafür wird dort schon das erste Projekt umgesetzt.

Hardt, Östrich

, 17.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Das Abstimmungs-Votum war eindeutig: „Gemeinsam Hardt“ wird der Name der Stadtteilkonferenz lauten, die die Besucher der Gründungsversammlung im Gemeindehaus der evangelischen Kirche am Mittwoch auf den Weg brachten. Die Hardter scheinen eine Menge Interesse daran zu haben, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die vor ihrer Haustür passieren: Tobias Wessel, Initiator des neuen Ortsteil-Gremiums, und sein Organisationsteam konnten 118 anwesende Gäste zählen.

Die ersten Ideen für die Hardt

Die Konferenzteilnehmer hielten sich nicht lange mit Regularien auf, sondern brachten gleich die ersten Themen aufs Tapet. Renate Scholten, Mitglied der Initiativ-Gruppe, regte einen zentralen Sammlungsort für Gartenabfälle auf der Hardt an. „Es ist für uns umständlich und auch nicht sehr umweltfreundlich, wenn die Grundstückseigentümer von der Hardt alle einzeln quer durch die Stadt zum Entsorgungsbetrieb fahren müssen“, so Renate Scholten.

Vonseiten der Besucher wurde angeregt, dass ein Container angeschafft werden soll, der einmal die Woche samstags aufgestellt und anschließend von der Stadt geleert werden soll. Fazit: Es soll geprüft werden, ob das vielleicht am Parkplatz am Sportplatz umgesetzt kann, womöglich unter Aufsicht des Schützenvereins, der aufpassen soll, dass der Behälter nicht mit Sperrmüll oder anderen Abfällen befüllt wird.

„Grün“ ging es weiter: Angelika Krumat regte ein Bürger-Netzwerk an, dass sich mit Grünpatenschaften im Ortsteil beschäftigt. Und Harald Stucken warb dafür, dass mehr öffentliche und private Flächen auf der Hardt mit Wildblumen und -kräutern bepflanzt werden, um die Artenvielfalt von Tieren zu fördern.

Im April könnte Geld verteilt werden

Vielleicht schon erste Ideen für Hardter Projekte, die aus dem Bürgerbudget gefördert werden? Denn wenn die Politik die Stadtteilkonferenz „Gemeinsam Hardt“ offiziell zertifiziert hat, können die Hardter beim nächsten Treffen am 4. April (Donnerstag, 18 Uhr, Gemeindehaus St. Nikolaus) über die ersten Förderanträge abstimmen. Um die 8000 Euro stehen da dem Stadtteil für dieses Jahr zur Verfügung, hinzu kommt Geld der Mitte-Konferenz für den Hardter Bereich des Innenstadtumbau-Gebiets.

Östrich sucht noch einen Namen

Mit der Gründung einer Stadtteilkonferenz waren die Östricher bekanntlich schneller als die benachbarte Hardt. Doch während die Hardter sich bereits auf ihrer ersten Gremiumssitzung einen Namen gaben, verschoben die Östricher die Namens-Abstimmung zunächst einmal auf ihre am 3. April (Mittwoch) um 20 Uhr geplante dritte Konferenz. „So haben Sie genügend Zeit, sich mit ihren Familien Gedanken zu machen“, erklärte Moderator Theo Brockmann am Mittwoch auf der zweiten Stadtteilkonferenz im Saal Schult.

Östrich sucht einen Konferenz-Namen, die Hardt hat ihn bereits

Theo Brockmannf legte Listen aus, in denen sich die Gäste für Projekte anmeldeten. © Michael Klein

Die im Vorfeld gesammelten Vorschläge lauteten: „Östrich macht`s möglich“, „Go West“ (denn Östrich ist der westliche Punkt im Kreis) „Öko“ (Abkürzung für Östrich-Konferenz), „Brücke“ (verbindet Östrich doch Gahlen mit Dorsten), „Östricher Bürgerforum“, „Östrich-Treff“ und „Ö-Strich“.

Sitzbank an der Streuobstwiese

Im Gegensatz zur Hardt hat Östrich aber bereits seine erste aus dem Bürgerbudget finanzierte Anschaffung. Theo Brockmann har dafür gesorgt, dass mit einem städtischen Zuschuss in Höhe von 431 Euro am Dienstag eine in der ersten Stadtteilkonferenz von Besuchern angeregte Sitzbank an der Streuostwiese aufgestellt wurde. Und weitere wichtige Projekte könnten schon bald folgen.

Denn so einige der rund 50 Besucher trugen sich während der Pause in Listen ein, um sich für eine aktive Mitarbeit bei unterschiedlichen Ideen anzumelden. So wollen die Östricher Konferenz-Gründer am 31. August das früher regelmäßig stattfindende Stadtteilfest wieder aufleben lassen. Andere Bürger wollen sich an einer Homepage für den Ortsteil beteiligen, sich bei der Suche nach Sponsoren für eine Straßenlaterne auf dem Weg zum Kindergarten beteiligen oder sich bei der ehrenamtlichen Nutzung des Mehrzweckraums in der Grundschule einbringen.

Fragenkatalog an die Stadt

Wie wertvoll eine solche Stadtteilkonferenz für die Gemeinschaft vor Ort sein kann, zeigte sich auch bei der anschließenden Diskussion und bei den Anregungen, die Bürgermeister Tobias Stockhoff mit auf den Weg nahm: Da ging es unter anderem Fragen zum Glasfaserausbau, um die schlechte Situation für Radler auf der alten Gahlener Straße, um den unbefriedigenden Zustand der Baumbachstraße. Zu einigen dieser und zu weiteren angesprochenen Themen wird die Stadt auf der nächsten Sitzung Bericht erstatten. Außerdem stehen dann ein Bolzplatz für Östrich und eine attraktivere Gestaltung des Kanalweges auf der Tagesordnung.

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