Notdienst nimmt nicht ab: Velero prüft, wer für Feuerwehreinsatz aufkommen muss

dzWasserrohrbruch

Weil der Notdienst der Hausverwaltung zunächst nicht erreichbar war, riefen Mieter in Barkenberg wegen eines Rohrbruchs die Feuerwehr. Ob der Einsatz gerechtfertigt war, wird nun geprüft.

Wulfen-Barkenberg

, 14.10.2019, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

So hatten sich einige Mieter der ehemaligen LEG-Wohnungen in Barkenberg den Start ins Wochenende nicht vorgestellt. „Das Wasser lief die Hausfassade runter und über unser Schlaf- und Wohnzimmerfenster“, sagte am Montag ein betroffener Bewohner in der Talaue. Ein heftiger Rohrbruch sorgte dafür, dass zwei Wohnungen in den oberen Geschossen durchnässt wurden. Samstagvormittag sei das gewesen, gegen 10 Uhr.

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Für solche Fälle steht Mietern in der Regel mindestens eine Telefonnummer eines Notdienstes zur Verfügung. Vermieter bzw. Hausverwalter sind nach Auskunft des Dorstener Mietervereins verpflichtet, eine Notfallnummer anzugeben.

Hausverwalter Velero, seit Oktober zuständig für 1200 ehemalige LEG-Wohnungen in Barkenberg, listet auf einer Mieterinformation insgesamt sechs Nummern auf, an die Mieter sich wenden können. Abgenommen habe aber lediglich eine auf Rohrreinigung spezialisierte Firma, so der Barkenberger Mieter, und die konnte nicht helfen. In ihrer Verzweiflung riefen Mieter die Feuerwehr, die anrückte und den Haupthahn zudrehte.

Anwalt: „Würde auch die Feuerwehr rufen, wenn keine Notfallnummer erreichbar ist“

„Wenn’s ein bisschen tropft, kann man auch sagen, dass es vielleicht bis Montag Zeit hat“, sagt Rechtsanwalt Martin Röper, Vorsitzender des Mietervereins Dorsten. „Bei einem Notfall würde ich aber auch die Feuerwehr rufen, wenn keine Notfallnummer erreichbar ist.“

Für Velero-Geschäftsführer Thomas Lange ist es „gang und gäbe, dass man bei einem Notruf auf den Anrufbeantworter spricht“. Das sei auch in diesem Fall auf dem AB einer Firma geschehen und gegen 16.30 Uhr sei der Notdienst vor Ort gewesen. „Noch besser ist es, den Hausmeistern auf die Mailbox zu sprechen, die wissen, dass sie sie abhören müssen.“

Die Frage ist nun, ob der Feuerwehreinsatz gerechtfertigt war und wer dafür aufkommt. „Es gibt ein Urteil dazu, wann die Feuerwehr ausrücken darf und wann nicht“, so Lange. Für mich geht daraus hervor, dass sie nicht hätte ausrücken müssen.“ Das werde nun geprüft. „Die Kostentragung wird sich aber regeln lassen“, kündigte der Velero-Geschäftsführer an.

Die Mieter in dem betroffenen Mehrfamilienhaus sind seit Samstag teilweise ohne Wasser. In der Küche läuft es, im Bad nicht. „Duschen können wir aktuell nicht“, so der betroffene Mieter. Velero ermittelt jetzt die Ursache und kündigte an, den Schaden schnell beheben zu wollen.

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