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Nordwestbahn kassiert für Unzuverlässigkeit eine Abmahnung vom VRR

dzNordwestbahn

Anhaltende Zugausfälle, Verspätungen und desaströse Zustände auf der ganzen Linie muss die Nordwestbahn teuer zahlen: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat eine Abmahung ausgesprochen.

Dorsten

, 29.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Dorstener Fahrgäste haben schon seit Langem die Faxen dicke. Und auch auf weiteren Fahrstrecken hat die Nordwestbahn wohl auf ganzer Linie versagt. Am Dienstag kassierte die Nordwestbahn für ihre „anhaltend schlechte Betriebsqualität“ eine Abmahnung des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR).

Sabine Tkatzik, Sprecherin des Unternehmens, sagte auf unsere Anfrage: „Wir sahen uns zu dieser harten Sanktion wegen der desaströsen Qualität der NWB gezwungen.“ Die Nordwestbahn muss nun hinnehmen, dass ein externer Berater betriebliche Schwachstellen aufdeckt und Lösungen findet, die das Management allein nicht zu finden in der Lage war.

Auf der ganzen Linie versagt

„Seit Wochen kommt es auf den Nahverkehrslinien der Nordwestbahn im Emscher-Münsterlandnetz (RE14, RB45) und im Niers-Rhein-Emscher-Netz zu Zugausfällen und einer Häufung weiterer Verstöße gegen die vertraglich festgelegten Leistungen“, heißt es in einer Stellungnahme des VRR.

Die Nordwestbahn ist seit Dezember 2006 für die Linie RE14 und RB45, die unter anderem auf Dorstener Gebiet verkehren, zuständig. Die Verträge für dieses Streckennetz laufen bis 2021.

Nach Ansicht des VRR resultieren die anhaltenden Ausfälle der Nordwestbahn „aus dem Personalmangel und den Koordinierungsmängeln bei Werkstattleistungen in Verbindung mit dem laufenden Betrieb“. Das haben die Fahrgäste massiv zu spüren bekommen.

So wie der Schermbecker Frank Pauls, der wie andere Fahrgäste auch die große Unzuverlässigkeit der Nordwestbahn gegenüber der Dorstener Zeitung beklagte. Pauls war so sauer, dass er Schadensersatz für Ausfälle beanspruchen wollte. Und damit stand er nicht allein. Auch weitere, auf die Nordwestbahn angewiesene Passagiere nahmen das finanzielle Druckmittel in Anspruch.

Landtagsabgeordneter war ebenfalls betroffen

Der für Dorsten zuständige Landtagsabgeordnete Michael Hübner (SPD), selbst Nordwestbahn-Geschädigter, stellte wegen der Unzuverlässigkeit des Verkehrsunternehmens eine kleine Anfrage im Landtag.

Unabhängig davon hat der VRR nach mehreren Krisengesprächen mit dem Vertragspartner Nordwestbahn nun die Notbremse gezogen, indem er die Abmahnung aussprach. „Mit der Abmahnung ist das Management der Nordwestbahn aufgefordert worden, einen externen, neutralen Berater zu beauftragen. Dieser soll das Unternehmen unterstützen, merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste zu erzielen“, sagt Sabine Tkatzik, Sprecherin des VRR.

Weitere Sanktionen sind nicht ausgeschlossen

Darüber hinaus würden weitere Sanktionen geprüft und weiterhin Gespräche mit der Geschäftsführung der Nordwestbahn geführt, um nachzuvollziehen, wie wirkungsvoll die Maßnahmen des Managements zur Verbesserung der politischen Stabilität und Qualität sind.

Unternehmenssprecher Steffen Högemann, Nordwestbahn, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir nehmen die Abmahnung sehr ernst. Wir sind mit unserer Leistung in jüngster Zeit nicht zufrieden und bedauern, dass wir unseren Kunden leider keinen verlässlichen Service bieten konnten, trotz des hohen Einsatzes zahlreicher Mitarbeiter, die zusätzliche Dienste übernommen haben.“

Die Nordwestbahn sei dabei, „mit höchster Priorität Sofortmaßnahmen einzuleiten, um die Situation für die Fahrgäste zu verbessern“. „Wir und unsere Mitarbeiter haben ein großes Interesse daran, dass wir einen guten und stabilen Betrieb für unsere Fahrgäste bereitstellen.“

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