Nordwestbahn hat Verlängerungsfrist für Schienenersatzverkehr mit dem VRR abgesprochen

dz Nordwestbahn

Kunden der Nordwestbahn müssen sich beim „Coesfelder“ und beim „Dorstener“ bis zum 31. August weiterhin mit Schienenersatzverkehr zufriedengeben. Das sorgt für Unmut.

Dorsten

, 29.04.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordwestbahnkunden in Dorsten klagen auf Facebook ihr Leid. Die Verlängerungsfrist für den Schienenersatzverkehr auf den Linien des RB 45 (Der Dorstener) und RB 44 (Der Coesfelder) ist für die Passagiere mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden.

„Wir haben der Verlängerung der Frist für den Ersatzverkehr zugestimmt, weil die Nordwestbahn seit ihrer Abmahnung erhebliche Anstrengungen unternommen hat, betriebliche Mängel zu beseitigen“, sagt Dino Niemann, Pressesprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), auf unsere Anfrage.

Ende Januar hatte der VRR nach wiederholten Komplettausfällen von Verbindungen wegen der „desaströsen Qualität der Nordwestbahn“ diese harte Sanktion ausgesprochen und deutliche Verbesserungen im Angebot angemahnt. Außerdem wurde ein externer Berater hinzugezogen, der betriebliche Schwachstellen der Nordwestbahn aufdecken und Lösungen finden soll.

VRR kürzte Zuwendungen an die Nordwestbahn

Wegen der Unzuverlässigkeit wurden der Nordwestbahn sogar Zuwendungen des VRR gekürzt. Das sei auch weiterhin der Fall, sagte Dino Niemann. Am Wochenende kündigte die Nordwestbahn an, dass sie auf den Linien des „Dorsteners“ und des „Coesfelders“ über den 30. April hinaus Busse statt der Bahnen einsetzen müsse. Diese Regelung gelte nun bis zum 31. August 2019.

Das trifft insbesondere Pendler hart, die von Dorsten nach Oberhausen durchfahren möchten. Sie sind gezwungen, in Bottrop auf den Bus umzusteigen. Auch die Passagiere aus dem Dorstener Norden, die zwischen Coesfeld und Maria Veen hin- und herpendeln, müssen mit Bussen vorliebnehmen.

„Um einen Anschluss vom Ersatzbus in den Zug zu gewähren, fahren die Züge von Maria Veen nach Dorsten später als die reguläre Zugverbindung. Von Hervest-Dorsten nach Maria Veen verkehrt der Zug früher als die reguläre Zugverbindung“, meldet die Nordwestbahn auf ihrer Homepage.

Neue Zugführer werden ausgebildet

„Die Nordwestbahn bildet zurzeit neue Zugführer aus, kann aber einen 100-prozentigen Regelbetrieb in ihrem gesamten Liniennetz noch nicht sicherstellen“, berichtet Niemann aus Gesprächen des VRR mit Vertretern der Nordwestbahn.

Intensive Bemühungen, neue Triebfahrzeug-Führer zu gewinnen, zeigen Wirkungen, hat die Nordwestbahn in ihrer Pressemitteilung vom Wochenende gemeldet. Durch Kooperation mit der Transdev-Bildung der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe seien aus Kursen neue Mitarbeiter zur Nordwestbahn gestoßen.

Die ersten positiven Ansätze der Nordwestbahn erkennt der VRR an, aber bis zum 30. April, wie ursprünglich anvisiert, sei eine 100-prozentige Versorgung auf allen Linien nicht realisierbar gewesen. Die Nordwestbahn bestreitet den Zugverkehr für den RE10, RE14, RB31, RB36, RB44, RB45. Die Verträge der Nordwestbahn für das Dorstener Streckennetz laufen bis 2021.

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