Müssen Eltern in Dorsten das Schulbuch der Zukunft mitbezahlen?

dzDigitalisierung in Schulen

Das Schulbuch der Zukunft heißt iPad. Ob Eltern in Dorsten sich an den Kosten beteiligen müssen, ist allerdings noch nicht entschieden.

Dorsten

, 13.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war Beschluss in der Ratssitzung am 18. Dezember 2019 und was „Ausblick“? Darüber gingen die Meinung vor einem Dreivierteljahr auseinander. Die SPD in Dorsten hatte die Rechtmäßigkeit des Beschlusses von Landrat Cay Süberkrüb überprüfen lassen. Der ist ebenfalls Sozialdemokrat, sah aber damals keinen Grund zur Beanstandung.

Denn Bürgermeister Tobias Stockhoff hatte dem Landrat verdeutlicht, dass sich die Entscheidung des Stadtrates vor allem auf den Anschluss der Schulen ans Breitbandnetz und die Ausstattung der Klassenräume bezogen habe. „Aus der grundsätzlichen Zustimmung des Rates zum vorgelegten Konzept kann nicht hergeleitet werden, dass mitentschieden wurde, Endgeräte über Leasing zu finanzieren und dass konkrete Vertragsverhältnisse zwischen Leasinggeber und Eltern erwartet werden.“

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Schuldezernentin Nina Laubenthal bestätigte jetzt auf Anfrage: „Wir sind in Dorsten noch nicht so weit, dass Unterricht komplett digital ablaufen kann.“ Weil zum Beispiel nicht jeder Schüler im Unterricht über ein eigenes iPad verfügt. Nina Laubenthal geht davon aus, dass es vonseiten des Landes Förderprogramme geben wird, um alle Schulklassen mit iPads ausstatten zu können. Ob Eltern dann vielleicht einen „Leasing-Beitrag“ leisten müssen - unklar.

Nina Laubenthal, Erste Beigeordnete der Stadt Dorsten seit 1. April 2019

Nina Laubenthal, Erste Beigeordnete der Stadt Dorsten seit 1. April 2019 © Stefan Diebäcker

Derzeit bekämen Kinder, die zu Hause „nicht auf ein technisches Gerät zugreifen können“, über das Sofortausstatttungsprogramm des Landes ein iPad. „Innerhalb der Klassen entsteht so aber ein soziales Ungleichgewicht, weil sich eben nicht jeder Haushalt ein iPad leisten kann, vielleicht sogar zwei oder drei“, gibt Nina Laubenthal zu bedenken.

Homeschooling war „sehr stressig“

Trotz der technischen Unterschiede habe im Frühjahr das Homeschooling aus Sicht der Stadt als Schulträger „gut funktioniert“. Als Mutter eines schulpflichtigen Sohnes sagt Nina Laubenthal aber auch: „Das war sehr stressig, weil man ganz viele Aufgaben parallel hat.“ Es gab Situationen, da stand Nina Laubenthal am Herd, hatte den Bürgermeister am Telefon und im Hintergrund bat der Sohn um Hilfe bei einer Aufgabe - „da hat man das Gefühl, man wird niemandem gerecht.“

Der Spagat dauerte allerdings nur drei Tage. „Dann haben meine Männer eine Bürogemeinschaft gegründet, das lief optimal.“

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