Die meisten Passanten in der Fußgängerzone von Dorsten reagierten freundlich und einsichtig, wenn sie von den Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes angesprochen wurden © Stefen Diebäcker
Coronavirus

Noch kein Corona-Bußgeld in Dorsten – aber ein Geschenk

Seit Dienstag gilt in der Fußgängerzone von Dorsten Maskenpflicht. Das wissen längst nicht alle Menschen, ergab eine Stichprobe zur Mittagszeit. Doch der Ordnungsdienst ist noch gnädig.

Die vier Männer und Frauen fallen schon von Weitem auf. Blaue Uniformen tragen sie, die Aufschrift auf dem Rücken weist sie als Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) aus. Da spätestens dämmert es manchem Passanten, was die Corona-Stunde geschlagen hat. Schnell wird die Maske aufgesetzt, bevor sie angesprochen werden.

Es ist der erste Tag, an dem die neue Allgemeinverfügung im Corona-Risikogebiet gilt. In der Innenstadt von Dorsten herrscht Maskenpflicht, überall. Wie‘s klappt? „Gut“, sagt einer der Ordnungshüter, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Die meisten Menschen tragen die Maske, andere ziehen sie aus der Tasche, wenn sie an die neue Regel erinnert werden.“

Viel Disziplin, kaum Kritik

„Stimmt ja“, heißt es dann entschuldigend. Oder: „Wusste ich nicht.“ Kritik gibt es kaum, die Dorstener haben offenbar gelernt, diszipliniert zu sein und sich den Regeln zu fügen. Wer keine Maske dabei hat, bekommt einen Einweg-Mundschutz geschenkt. Und zunächst mal kein Bußgeld (250 Euro) eingeschenkt.

Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann drückt es so aus: „Wir sind weiterhin Wegbegleiter in dieser für uns alle herausfordernden Zeit. Unser Ziel ist es, auch künftig durch gezielte Aufklärung für Akzeptanz zu sorgen.“ Unbelehrbare Bürger müssten in nächster Zeit aber natürlich mit Sanktionen rechnen.

Eine Radfahrerin kommt vorbei: „Dahinten sind welche, die tragen keine Maske“, sagt sie und zeigt in Richtung Essener Straße. Hektik bricht unter den Kontrolleuren aber nicht gerade aus. Trotzdem finden sie es gut, wenn die Menschen aufeinander aufpassen. Andere würden es wahrscheinlich „anschwärzen“ nennen …

Für manche gilt die Maskenpflicht nicht

Auch Tatjana Urmoneit trägt keine Maske, als sie wenig später über den Marktplatz geht. Prompt wird sie vom Ordnungsdienst angesprochen und zückt einen Ausweis: eine ärztliche Bescheinigung, dass sie von der Maskenpflicht befreit ist. Tatjana Urmoneit hat Asthma.

Maskenpflicht in Dorsten
Tatjana Urmoneit muss keine Maske tragen und kann es auch beweisen. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Die freundliche Ansprache der Uniformierten gefällt Tatjana Urmoneit. Das hat sie in den letzten Monaten schon anders erlebt. „In Geschäften bin ich oft sogar beschimpft worden, weil ich keine Maske getragen habe. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, jedes Mal meinen Ausweis zu zücken.“

Ordnungsdienst wird aufgestockt

In der Fußgängerzone wird sie es vielleicht noch öfter müssen. Der Kommunale Ordnungsdienst wird vor allem in der Innenstadt und am Wulfener Markt in den nächsten Tagen verstärkt kontrollieren. Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann betont. „Die Personaldecke des KOD wird kurzfristig durch städtische Mitarbeiter aus anderen Fachämtern erhöht, um die Sichtbarkeit und die Kontrolldichte zu verstärken.“

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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