Alexandra Wojak sucht Studienteilnehmer, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Mit der Studie will sie die Wirksamkeit von Hypnose überprüfen. © Privat
Hypnose

Nicht mehr rauchen durch Hypnose? Dorstenerin will das wissenschaftlich prüfen

Die Hypnotiseurin Alexandra Wojak sucht Studienteilnehmer. Sie will belegen, dass Hypnose helfen kann, das Rauchen aufzugeben. Ein Statistikprofessor übernimmt die Auswertung der Datensätze.

Durch Hypnose mit dem ungesunden Rauchen aufhören, das hört man ja immer mal wieder von Bekannten oder Freunden. Und nicht selten scheint diese Methode zu helfen, um das Laster loszuwerden. Studien, die diese Wahrnehmung bestätigen, fehlen jedoch. Eine Dorstenerin will das nun ändern.

Gemeinsam mit Professor Lorenz Gilch will sie eine Feldstudie durchführen, um die Wirksamkeit von Hypnose bei der Rauchentwöhnung wissenschaftlich zu untersuchen. Dafür sucht sie noch Probanden, die den Glimmstängel endgültig ausdrücken wollen.

Hypnose als Werkzeug, damit das Unterbewusstsein zuhören kann

Alexandra Wojak arbeitet seit zwei Jahren mit der Hypnose-Technik und hilft ihren Klienten so, das Rauchen aufzugeben, abzunehmen, gelassener zu sein oder auch mentale Stärke für den nächsten sportlichen Wettkampf zu entwickeln. Die Dorstenerin ist überzeugt: „Hypnose ist dafür ein super Werkzeug.“

Wer jetzt an plötzlich willenlos werdende Menschen denkt, die wie Hunde bellen und sich auf allen Vieren fortbewegen, der irrt. Mit Show-Hypnose habe ihre Arbeit nichts zu tun, stellt Alexandra Wojak klar.

„Man ist bei mir immer bei Bewusstsein und nicht willenlos. Die Hypnose versetzt den Klienten in einen ganz entspannten Zustand, in dem das Unterbewusstsein ganz genau zuhören kann“, erläutert sie die Unterschiede.

Mathematiker war selbst Klient und sucht nun wissenschaftliche Belege

Der Mathematiker Professor Lorenz Gilch kam nach eigener Aussage im Frühjahr beim ersten Lockdown mit der Hypnotiseurin in Kontakt. „Ich war total überrascht, wie gut die Hypnose funktionierte.“

Mithilfe der angewandten Statistik will er nun auch wissenschaftlich über die Wirksamkeit urteilen können. „Umso mehr Studienteilnehmer wir haben, umso besser“, erklärt er. Wichtig sei „das statistische Setting“, alle Teilnehmer sollten möglichst die gleiche Hypnose erleben. Deshalb wird auch nur Alexandra Wojak die Sitzungen durchführen und zwar online via Videotelefonat und nach Möglichkeit in Gruppensitzungen.

So wird die Feldstudie ablaufen

Vorab werden aber alle Teilnehmer ausführlich zu Vorerkrankungen, Rauchverhalten und beruflicher Situation befragt. Der Wissenschaftler wünscht sich eine möglichst heterogene Gruppe von Teilnehmern, das heißt Menschen verschiedener Altersklassen, mit unterschiedlichem sozialen Background. Nur zweierlei sollten sie definitiv gemein haben: Den Wunsch, das Rauchen aufzugeben und dafür Hypnose als Hilfe in Betracht zu ziehen.

Rauchen ist ungesund, das weiß jedes Kind. Trotzdem rauchen viele Menschen. Immerhin: Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die Rauchentwöhnung beinhaltet zwei Sitzungstermine sowie eine Audioaufnahme, die sich die Klienten zur Unterstützung zwischendurch anhören können. Mindestens vier Mal wollen Wojak und Gilch die Probanden in dieser Zeit systematisch befragen.

Die Datensätze wird der Mathematiker dann auswerten. Neben der Wirksamkeit der Hypnose will er außerdem herausfinden, welche Komponenten zum Erfolg am meisten beitragen und auch: Wann wurde der größte Effekt erzielt? Also beispielsweise: Hört die Mehrzahl der Probanden nach der ersten Sitzung auf oder nach dem ersten Hören der Audioaufnahme? Veröffentlichen will Lorenz Gilch die Ergebnisse in Fachjournalen.

Die Kontaktdaten

Wer Interesse hat und das Rauchen aufgeben will, kann sich an Alexandra Wojak wenden. Ihre Handynummer lautet: 0177 309 48 99. Per E-Mail ist sie unter atempause.praxis@gmail.com erreichbar. Über die Homepage www.praxis-atempause-online.de/aktuelles können sich Interessierte gleich anmelden. Probanden zahlen statt 190 Euro nur 25 Euro für die Hypnose. Im Januar 2021 starten die Hypnosesitzungen Online über Zoom oder Skype.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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