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Neues Radwegesystem soll auch Dorstener Radler schneller und direkter ans Ziel bringen

dzRadwege

Der Regionalverband Ruhr (RVR) will das Radwege-System verbessern. Davon profitieren auch die Dorstener Radler - wenn auch bislang nicht alle Wünsche der Stadt erfüllt worden sind.

Dorsten

, 12.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Dorstens städtischer Verkehrsplaner Christoph Möllers nannte den Radwege-Entwurf in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses lobend „eine Wahnsinnskonstruktion“: Gemeint ist ein Radwegenetz von insgesamt 1800 Kilometern Länge, das sich über das gesamte Ruhrgebiet legt und in dem auch die Dorstener künftig viel flotter, bequemer und sicherer mit dem Fahrrad in alle umliegenden Nachbarstädte gelangen sollen.

Fit für den Alltagsverkehr machen

Vorgelegt hat die Pläne der Regionalverband Ruhr (RVR). Ziel: Mit dem Ausbau das bestehende Radwegesystem fit für den Alltagsverkehr zu machen. Das künftige Netz ist hierarchisch nach den drei Kategorien „Radschnellverbindungen“ (bei mehr als 2000 Radlern pro Tag), „Radhauptverbindungen“ (500 bis 2000) und „regionale Radverbindungen“ (unter 500 Radler pro Tag) aufgebaut. Dorsten soll zwar laut der Planungen mangels genügender Nutzerzahlen keine stadtgrenzen-überschreitende Radschnellverbindung bekommen, aber immerhin durch Radhauptverbindungen mit Gladbeck, Kirchhellen/Bottrop, Polsum, Marl und Altschermbeck verbunden werden. Darüber hinaus sind regionale Radverbindungen (Kategorie 3) in Richtung Rhade, Lembeck, Gahlen und Lippramsdorf/Haltern geplant.

Neues Radwegesystem soll auch Dorstener Radler schneller und direkter ans Ziel bringen

Das künftige Netz ist hierarchisch nach den drei Kategorien Radschnellverbindungen (blau, mehr als 2000 Radler pro Tag), Radhauptverbindungen (grün, 500 bis 2000) und regionale Radverbindungen (gelb, unter 500 Radler pro Tag) aufgebaut. © Leonie Sauerland

Die jeweiligen Asphaltwege unterscheiden sich hauptsächlich durch die Breite. Während die Radschnellwege mindestens vier Meter breit sind und dazu einen 2,50 Meter breiten Gehweg bekommen sollen, sind für Radhauptverbindungen drei Meter Breite für Radler vorgesehen, dazu noch ein schmalerer Gehweg. Die einfachen regionalen Radverbindungen bestehen aus einem gemeinsamen Rad- und Gehweg von 2,50 Meter bis 3 Meter Breite.

Mit den Städten abgestimmt

„Es geht derzeit noch nicht um den genauen Verlauf der Trassen“, betonte Möllers im Ausschuss. Sondern darum, überhaupt erst mal ein Gesamtpaket in Gang zu bringen. Zunächst hatte das vom RVR beauftragte Planungsbüro ein reines Luftliniennetz entwickelt, das die Städte miteinander verband und schließlich in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen weiter verfeinert wurde.

„Wir hätten gerne auch eine Verbindung vom Chemiepark Marl nach Wulfen/Barkenberg, entweder am Marler Damm oder parallel auf Wirtschaftswegen“, so Möllers. Die Stadt Dorsten sieht hier die Notwendigkeit, ein Angebot zu schaffen für Alltags- und Arbeitsmobilität mit dem Rad - stehen doch der Chemiepark Marl (als Arbeitsstätte) und Wulfen (als Wohnort von Beschäftigten) in enger Verbindung zueinander. Doch diesem Wunsch der Stadt sei noch nicht entsprochen worden: „Wir werden aber hier bei der weiteren Planung am Ball bleiben.“

Auch neue Trassen geplant

Die Radwege sollen möglichst schnell und direkt geführt werden. „Dabei kann es sich um bereits bestehende Radwege handeln, die zum Teil ausgebaut werden müssten, aber auch um ganz neue Radtrassen“, so RVR-Pressesprecher Jens Hapke auf Anfrage unserer Zeitung. Ende 2016 hatte der RVR begonnen, das Regionale Radwegenetz weiterzuentwickeln. Denn das bisherige Netz ist eher freizeitorientiert. Die steigende Nutzung von Pedelecs und die damit verbundenen größeren Reichweiten mache das Rad aber immer wichtiger für den Berufsverkehr. Laut des RVR-Umweltberichts 2017 soll der Anteil des Radverkehrs auf 25 Prozent im gesamten Verbandsgebiet steigen.

Bevorzugte Fördermittel

Wie Jens Hapke erklärte, wird sich die Verbandsversammlung des RVR (das sogenannte „Ruhrparlament“) im zweiten Quartal 2019 abschließend mit dem Radwege-Entwurf beschäftigen und es dann politisch auf den Weg bringen. Anschließend müssen die baulichen und finanziellen Aspekte mit den zuständigen Bundes- und Landesministerien sowie Straßenbaulastträgern geklärt werden.

Immerhin: „Wir haben die Zusage vom Ministerium bekommen, dass wir bevorzugt Fördermittel bekommen, wenn wir in Dorsten im Bereich der geplanten Wegetrassen einen Radweg bauen wollen“, sagte Christoph Möllers, bevor der Umwelt- und Planungsaussschuss dem Konzept grünes Licht gab.

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