Wo die Straßen unübersichtlich zusammenkommen, soll nun ein Kreisverkehr gebaut werden. © Geonetzwerk Metropole Ruhr
Gefahrenstelle

Neuer Kreisverkehr soll heikle Situation am Gewerbegebiet entschärfen

Schwerlaster, Sportplatz-Besucher, Anwohner eines Wohngebiets: Sie alle treffen nahe eines Gewerbegebiets in Dorsten zusammen. Die unübersichtliche Situation beschäftigte jetzt die Politik.

Wer als Ortsunkundiger auf dieses schwer überschaubare Straßengewirr zufährt, der kann schon mal durcheinander kommen: Fünf Einmündungen von drei unterschiedlichen Straßen treffen hier auf engstem Platz aufeinander, nicht als Kreuzung, sondern winklig voneinander versetzt: Zur Reithalle, Am Hagen, Kiebitzberg heißen die Zufahrten.

Und Ortsunkundige gibt es einige, die tagtäglich hier entlangfahren: Fahrer von schweren Lastwagen, die im benachbarten Gewerbegebiet Lembeck-West unterwegs sind und auch die Besucher der stark frequentierten Fußball-, Tennis- und Reitanlagen nebenan.

Und dann gibt es auch noch die Anwohner des benachbarten Wohngebiets „Am Kiebitzberg“. Die sind zwar ortskundig, aber schwer genervt vom Schwerlastverkehr, der immer wieder durch ihre Straße fährt, weil er vorher nirgendwo vernünftig wenden kann.

Deswegen wird im Zuge des Straßenendausbaus im Gewerbegebiet nun ein neuer Kreisverkehr gebaut, der die schwierige Gemengelage ersetzen soll: 340.00 Euro teuer, aber zu gut 250.000 Euro gefördert, auf die Stadt kommen noch 83.000 Euro zu.

„Zahlreiche Anwohnerbeschwerden“

„Es hatte zahlreiche Beschwerden von Anwohnern gegeben“, begründete Planungsamtsleiter Marc Lohmann in der jüngsten Sitzung des Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses das Bauprojekt. Und bekam die Bestätigung von Jan-Philipp Weil (Die Fraktion feat. Die Linke): „Ich habe selbst am Kiebitzberg gewohnt und weiß deshalb aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Situation dort sein kann.“

Der Straßenendausbau im Gewerbegebiet Lembeck-West hat bereits begonnen.
Der Straßenendausbau im Gewerbegebiet Lembeck-West hat bereits begonnen. © Hendrik Bücker © Hendrik Bücker

Die Ausschuss-Mitglieder stimmten für die Pläne, nur die drei Vertreter der Grünen waren dagegen. Grünen-Sprecher Michael Haake sah keine Notwendigkeit für den Kreisel: „Die Firma Elvermann könnte dem Lkw-Verkehr doch eine Wendemöglichkeit auf ihrem Betriebsgelände bieten“, meinte er.

„Viel Raiffeisen-Verkehr“

SPD und CDU befürworteten indes die Kreisverkehr-Planungen. Wegen der „unübersichtlichen Verkehrssituation (CDU-Sprecher Andreas Trotzer) und „weil auch viel Verkehr von der Raiffeisen hier durchfährt“, so SPD-Vertreter Dieter Mende.

Der Planbereich ist 1.400 Quadratmeter groß. Um den Kreisverkehr bauen zu können, müssen 240 Quadratmeter bisherige Waldfläche des dortigen Landschaftsschutzgebiets Lembecker Hagen weichen. Als Ersatz soll eine Ackerfläche südlich der Spessartstraße in Wulfen aufgeforstet werden.

Kritik an früher Rodung

Christina Römer (Grüne) wollten wissen, warum „die Bäume schon weg sind, obwohl der Bebauungsplan noch gar nicht rechtskräftig ist“. Die Verwaltung erklärte, das habe „der bisherige Eigentümer im Zuge des Grunderwerbs“ getan. Das forstrechtliche Verfahren und der Waldausgleich seien unabhängig vom Bebauungsplan.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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