Neuer Hegeringsleiter hat viele Ideen

Hermann Wolff im Gespräch

Hermann Wolff ist der neue Vorsitzende des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten. Er hat viele Vorschläge im Gepäck, wie die Jagd in Dorsten professioneller wird.

Dorsten

, 25.05.2016, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neuer Hegeringsleiter hat viele Ideen

Hermann Wolff ist der neue Vorsitzende des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten.

Sieben Seiten lang ist die Konzeption, die Hermann Wolff jetzt zu Beginn seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten verfasst hat. Er will die Struktur der jagdlichen Aktivitäten in Dorsten überarbeiten und professionalisieren.

Konkrete Vorschläge

Wolff hat konkrete Vorschläge, wie das aussehen kann. Zunächst einmal sei klargestellt: „Wir haben gut ausgebildete Jäger hier in Dorsten, die ihre Aufgaben mit großem Engagement erfüllen.“ Das Problem sieht Hermann Wolff jedoch in der grundsätzlichen Struktur der Jagd. Der 54-Jährige möchte mit seinen Hegeringmitgliedern Ansprechpartner für die Dorstener sein, wenn es um die Wildtiere in ihren Lebensräumen geht. „Wenn Frau XY zum Beispiel einen zu Schaden gehenden Marder auf dem Dachboden hat, kann sie uns anrufen, und wir versuchen, ihr zu helfen“, sagt Wolff. Er ist der Meinung, dass Wildtiere der Gesellschaft immer mehr Probleme bereiten.

„Zum Beispiel Schwarzwild, Marder, Waschbär und Gänse“, sagt er. Da müssen die Jäger eingreifen. Denn: „Einen ersatzpflichtigen Wildschaden in seinem Revier muss der zuständige Jäger bezahlen.“ Ein weiteres Problem sei, dass die Gesellschaft wenig mit den Themen Wildtiere, Natur oder auch Jagd anzufangen weiß. „Es gibt viele Vorurteile, die meist aus Nichtwissen resultieren. Da müssen wir Jäger eine professionellere Linie fahren und auch an die Öffentlichkeit gehen“, sagt Wolff. Unter anderem möchte er in Zukunft mit Behörden, Institutionen und auch der Stadt Dorsten zusammenarbeiten.

Bodenbrüter erhalten

Ein weiterer Punkt seiner Ausarbeitung ist die Kooperation mit Naturschutzorganisationen. „Das Ziel sollte sein, gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen, um die Bodenbrüter und auch ihre Lebensräume zu erhalten.“ Auch die Beratung in jagdlichen Fragen von Behörden und Institutionen soll in der Zukunft zum Aufgabenfeld der Dorstener Jägerschaft gehören.

Ein weiteres Thema, das sich jetzt schon abzeichne, sei die Unterbringung von Fundkatzen. Das neue Jagdgesetz in Nordrhein-Westfalen, das vor einem Jahr in Kraft getreten ist, verbietet nämlich den Abschuss von streunenden und wildernden Katzen. Deswegen gibt es derzeit viele Fundtiere, die im Tierheim landen (wir berichteten). Für das Gespräch mit Bürgermeister Tobias Stockhoff gebe es schon einen Termin, so Wolff. Das Ziel des neuen Hegeringleiters ist, die Jagd in Dorsten professioneller aufzustellen. „Über kurz oder lang sind all diese Aufgaben nicht mehr ehrenamtlich zu schaffen“, begründet er diese Idee.

Hermann Wolff ist in Dorsten aufgewachsen und hat sich nach seinem Abitur entschieden, Berufsjäger zu werden. Mit acht Jahren hat seine Mutter ihm zum Namenstag ein Jagdhorn geschenkt. So ist er mit der Jagd in Kontakt gekommen. Den Jagdschein hat er mit 18 Jahren gemacht. 25 Jahre hat er als Vertriebs- und Marketingleiter für verschiedene Zeitschriften rund ums Thema Jagd gearbeitet und hat auch selber Artikel geschrieben. Im Jahr 2010 hat er den Posten als hauptamtlicher Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger übernommen. Ehrenamtlich ist er außerdem der Zweite Vorsitzende der Kreisjägerschaft Recklinghausen und jetzt auch der Vorsitzende des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten.

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