Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Neue Sitzordnung im Rat sorgt für Zündstoff

Wer neben wem - oder dahinter?

DORSTEN Die neue Sitzordnung im frisch gewählten Dorstener Rat hat bei der ersten Sitzung am Mittwoch für Irritationen gesorgt. Und das tut sie noch immer.

von Von Berthold Fehmer

, 29.10.2009 / Lesedauer: 3 min

Die SPD hatte sich unzufrieden über den nach einer Diskussion im Ältestenrat entwickelten Vorschlag gezeigt, dass die Grünen die jeweils ersten zwei Plätze in den beiden Reihen auf der von der Verwaltung aus gesehen linken Seite im Ratssaal erhalten sollte. Analog zu den zwei mal zwei Plätzen, die die FDP auf der rechten Seite vor der CDU-Fraktion einnehmen wollte.

Da während der Sitzung keine Einigung zu diesem Thema erzielt werden konnte, beschloss Bürgermeister Lambert Lütkenhorst in der Sitzung, dass sich die Fraktionen zunächst wieder so hinsetzen sollten wie früher (wir berichteten).

"Wir können mit der alten Sitzordnung gut leben", sagt Friedhelm Fragemann, Fraktionsvorsitzender der SPD. Wer eine neue Sitzordnung durchsetzen wolle, müsse dafür eine nachvollziehbare Begründung liefern."Wir haben keine Profilneurosen"

Genau das müsse er nicht, sagt hingegen Thomas Boos, Fraktionsvorsitzender der FPD, die gemeinsam mit der CDU für die nächste Ratssitzung einen Vorschlag erarbeiten will, der dann abgestimmt werden soll. Er vermutet als Hintergrund, dass die SPD die Grünen hinter sich wissen wolle. Und zwar wörtlich gemeint. "Da geht es um die Frage, inwieweit man sich gegenseitig ernst nimmt. Wir und die CDU haben solche Profilneurosen nicht."

Susanne Fraund  von den Grünen könnte sich hingegen mit beiden Lösungen anfreunden. "Mir ist es nicht so wichtig, wo ich sitze. Hauptsache, nicht ganz hinten." Allerdings, sagt sie, fände sie es "ganz schön", wenn angesichts der gleichen Fraktionsstärke von FDP und Grünen auch eine "parallele Lösung" gewählt würde. Auch damit jedem Ratsbesucher sofort klar sei, wer zu welcher Fraktion gehöre. Doch egal, wo man die Grünen hinsetze: "Davon werden wir nicht mundtot.""Ratsmitglieder sollten das selber regeln"

Bernd Schwane, (Fraktionsvorsitzender der CDU): "Wir hatten uns mit der FDP geeinigt, dass sie vorne sitzt. Die wollte das ganz gerne. Wir hatten da kein Problem mit." Von der Verwaltung solle dieses Problem nicht gelöst werden, sagt Schwane. "Da sollten die Ratsmitglieder Mann und Frau genug sein, das selbst zu regeln."

Im Übrigen bezeichnet Schwane die gesamte Diskussion um das Thema als "Kinderkram". "Das sich erwachsene Leute über einen solchen Quatsch unterhalten, ist für den Bürger kaum nachvollziehbar."

Zumindest darin sind sich alle Fraktionsvorsitzenden einig, dass es deutlich wichtigere Probleme in Dorsten gibt als die Sitzordnung im Rat. Und für Thomas Boos sollte es in der nächsten Sitzung so schnell wie möglich geklärt werden. "Da wird ganz banal darüber abgestimmt. Und wenn es nicht die Zustimmung von Herrn Fragemann findet, ist das nicht mein Problem." Die Mehrheit entscheide.

Lesen Sie jetzt