Neue Pläne für das Gelände des ehemaligen Gartencenters Rexforth in Dorsten

dzRexforth-Gelände

Zum Jahresende hat das Dorstener Traditions-Unternehmen Rexforth sein Garten-Center dicht gemacht. Jetzt gibt es neue Pläne für das Grundstück an der Bochumer Straße. Hier die Details.

Dorsten

, 22.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Werbeschilder im Schaufenster verkünden noch „Totalräumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“. Doch die letzten Pflanzen und Waren sind längst unter die Leute gebracht worden. Zum Jahresende 2018 schloss das traditionsreiche Gartencenter Rexforth an der Bochumer Straße seine Pforten. Doch es gibt schon neue Pläne für das Gelände.

Neues Wohngebiet

Hier soll ein neues Wohngebiet entstehen, entlang der Bochumer Straße werden sich auch kleinere Gewerbebetriebe ansiedeln. Die Politik begrüßte in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Dienstag diese Pläne und beschloss einstimmig, den Bebauungsplanentwurf auf die Zielgerade zu bringen.

Dabei geht es um das gesamte Grundstück zwischen den Straßen „Verdiwinkel“ im Norden und „Lortzingstraße“ im Süden. Stehen bleiben wird dort aber das privat genutzte Wohnhaus. Und das zur Bochumer Straße gelegene vordere Teilgebäude des ehemaligen Gartencenters.

„Timmer und Breuer“ errichten Lager

Im Letzteren wird schon jetzt kräftig umgebaut. Hier wird künftig die Firma „Breuer und Timmer GmbH“ ihr Lager einrichten. Die beiden Feldmärker Unternehmer Johannes Breuer (Metallbau) und Detlef Timmer (Betonfertigbauteil-Montage) hatten Anfang 2018 ihre bisherigen Aktivitäten unter einem gemeinsamen Firmendach zusammengeschlossen und diesen Teil des Rexforth-Gebäudes gekauft.

Vor allem Doppelhaushälfte geplant

Im südlich gelegenen Gebäudetrakt werden laut Johannes Breuer Baustoffe und Materalien gelagert. Der nördliche Gebäudeteil wird im Obergeschoss Büroräume beherbergen. „Das Erdgeschoss vermieten wir an die Familie Rexforth, sie will hier einen Blumenladen einrichten“, so Johannes Breuer auf Anfrage unserer Redaktion.

Neue Pläne für das Gelände des ehemaligen Gartencenters Rexforth in Dorsten

Die beiden Feldmärker Unternehmer Detlef Timmer (links) und Johannes Breuer (rechts) nutzen einen Teil des ehemaligen Rexforth-Gebäudes künftig für ihre gemeinsame Firma. © Privat

Die mit Glas ummantelten Hauptteile des ehemaligen Garten-Center-Komplexes sollen abgerissen werden. Hier und auf der künftig nicht mehr benötigten großen Außen-Verkaufsfläche sollen zwischen 20 und 25 Wohneinheiten entstehen. „Vor allem Doppelhaushälften“, kündigte Planungsamtsleiter Marc Lohmann in der Sitzung an. Objektträger wird die Firma SWF Projektbau mit Sitz in Dinslaken, die bereits NRW-weit Baugebiete entwickelt hat.

Neue Pläne für das Gelände des ehemaligen Gartencenters Rexforth in Dorsten

Das Gartencenter Rexforth hat zum Ende des Jahres 2018 seine Pforten geschlossen. © Michael Klein

Nach Angaben der Stadt hat der Investor bereits einen Großteil der Wohnbauflächen im Plangebiet erworben. Zum Teil auch im Mischgebiet. Hier sind Mehrfamilienhäuser möglich. Sie sollen höchstens dreigeschossig werden. „Wir wollen hier eine städtebauliche Vielfalt erreichen“, so Lohmann. Zu dem Mischgebiet gehört auch der ehemalige Rexforth-Parkplatz, wo die SWF Projektbau ein solches Mehrfamilienhaus inklusive Gewerbe im Erdgeschoss bauen wird.

Zufahrt über Lortzingstraße

Die Zufahrt zum Mischgebiet und damit auch zu „Breuer und Timmer“ soll wie bisher über die Bochumer Straße erfolgen. Die Verkehrserschließung des neuen Wohngebietes (das durch einen kleinen Grünzug von den Gewerbeflächen abgetrennt werden soll) ist im Süden über die Lortzingstraße geplant. Durch die geplanten Häuserreihen soll von hier aus eine kleine Wohnstraße führen, die im Norden an den Verdiwinkel angebunden wird.

Anwohner befürchten Durchgangsverkehr

Das führte im Vorfeld beim öffentlichen Beteiligungsverfahren dazu, dass einige Anwohner des Verdiwinkels (derzeit noch eine Sackgasse mit Wendehammer) und der Häuser an der Parallelstraße „Im Stadtsfeld“ (deren hintere Gärten an den Verdiwinkel angrenzen) Einwände gegen die Planungen erhoben hatten. Sie befürchteten, dass die Verkehrsbelastung im Verdiwinkel zu groß werden könnte, da die Autofahrer die neue Wohnstraße als Abkürzung nehmen könnten.

Neue Pläne für das Gelände des ehemaligen Gartencenters Rexforth in Dorsten

An dieser Stelle wird das neue Wohngebiet durch eine sogenannte „Spielstraße" mit dem Verdiwinkel verbunden. Anwohner befürchten erhöhten Durchgangsverkehr. © Michael Klein

Das sieht die Stadt anders. „Es wird kein Fremdverkehr zum Bestandsquartier geführt“, erklärte die Verwaltung im Ausschuss. „Die Planung sieht keine Anbindung des Verdiwinkels an die B 224 vor, auch nicht über den Wendehammer an der Lortzingstraße“, heißt es in der Begründung. Mit einem erhöhten Pkw-Aufkommen sei deshalb nicht zu rechnen, zumal es sich bei der Straße um eine sogenante „Spielstraße“ handelt, in der die Autofahrer Schrittgeschwindigkeit fahren müssen.

Investor soll Erschließung übernehmen

Der Bau der Erschließungswege (dazu gehört auch ein neuer Fuß- und Radweg von der Bochumer Straße zum Wohngebiet) kostet inklusive der Entwässerungskanäle 600.000 Euro. Kosten, die die Stadt auf den Erschließungsträger des Wohngebiets übertragen will. Der Bauausschuss wird darüber in seiner nächsten Sitzung entscheiden. Die SWF Projektbau sei laut Stadt zu diesem Vorgehen bereit, ein entsprechender Vertrag inzwischen unterschriftsreif ausgehandelt.

Lesen Sie jetzt