Neubaupläne: Schandfleck in der Innenstadt wird bald verschwinden

dzInnenstadt

Jahrelang verfiel eine Immobilie in prominenter Lage der Altstadt in Dorsten. Bald tut sich etwas: Bagger rollen an, das Grundstück wird neu bebaut. Parken ist dann erst einmal unmöglich.

Dorsten

, 14.10.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es steht in prominenter Lage, doch in den vergangenen Jahren verfiel das Gebäude mehr und mehr. Eingeschlagene Scheiben und Werbetafeln, die Fenster mussten wegen ungebetener Gäste verbarrikadiert und die Eingänge zugemauert werden, um die Immobilie vor Vandalen zu schützen. Doch bald tut sich was Neues auf dem Filet-Grundstück des Altstadtrings in Dorsten.

Abriss erfolgt „in Kürze“

Es handelt sich um das leer gezogene Wohn- und Geschäftshaus am Ostwall 6 bis 8, direkt neben dem Toom-Gebäude. „Der Abriss des alten Gebäudes wird schon in Kürze beginnen“, erklärt die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion. „Im nächsten Jahr wird dort ein modernes Wohnhaus mit unterschiedlichsten Wohnungsgrößen entstehen.“

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Eine Geschäftsnutzung werde es nicht mehr geben, so Stadtbaurat Holger Lohse. Für die Dauer der Bauarbeiten müssen die an das Haus angrenzenden bewirtschafteten Parkplatzflächen und Stellplätze weichen“, so Lohse. „Das ist mit Blick auf die Aufwertung des Altstadtkerns sicher zu verkraften.“

Die Parkplatzflächen an der Ecke Ostwall werden im Zuge der Bauarbeiten weichen.

Die Parkplatzflächen an der Ecke Ostwall werden im Zuge der Bauarbeiten weichen. © Michael Klein

Der Stadtbaurat berichtet von „sehr guten und zielführenden Gesprächen“ mit dem neuen Projektentwickler. Bereits im Jahr 2014 hatte die Stadt Pläne bekannt gegeben, das Grundstück umzugestalten und neu zu bebauen. Damals hatte ein anderer Investor das verlassene Gebäude, in dem früher im Erdgeschoss unter anderem ein Musikwarengeschäft und im Obergeschoss Wohnungen und zwischenzeitlich auch Asylbewerberunterkünfte untergebracht waren, gekauft.

Makler war schon beauftragt

Mitte 2017 war es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Abrissbager anrücken und dem Gebäude den Garaus für den Neubau machen würden. Ein Essener Makler suchte sogar schon Interessanten für die damals noch vorgesehene 600 Quadratmeter große Verkaufsfläche im Erdgeschoss.

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Nachdem die Stadt bereits die Baugenehmigung erteilt hatte, änderte sich plötzlich einiges. Denn der erste Investor, eine Immobiliengruppe aus Essen, entschied sich, sein Vorhaben, hier eine Wohn- und Geschäftsimmobilie in der spitz zulaufenden Form eines „Bügeleisenhauses“ zu errichten, nicht zu realisieren - und verkaufte das Areal weiter.

Detailpläne erst später

„Das hat zu Zeitverzögerungen und letztlich zur Verschleppung der Neuordnung des Geländes geführt“, schreibt die Stadt in der mit dem Investor abgestimmten Pressemitteilung. Wie die neuen architektonischen Pläne aussehen, wolle der Investor erst zu einem späteren Zeitpunkt im Detail vorstellen.

Nur soviel: „Die Grundstücksform gibt die Gebäudeform ja vor“, sagt Holger Lohse. Nach seinen Informationen habe der Neu-Eigentümer eine neue Baugenehmigung beantragen müssen.

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