Neubaugebiet auf alter Industriefläche wird um 28 Häuser erweitert

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Die Bodensanierung auf der ehemaligen Industriefläche geht voran. Die Erweiterung eines Neubaugebiets in Dorsten um 28 Einfamilien- und Doppelhäuser dürfte deshalb die nächste Hürde nehmen.

Dorsten

, 18.06.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit gut einem Jahr sind die Baumaschinen im Einsatz. Der neue Eigentümer lässt dort den Erdboden sanieren - die gewerblichen Vormieter hatten dort jahrelang Bauschutt, Bodenaushub, Bodenschwellen, Schotter und Sperrmüll aufgehäuft. „Bislang sind keine Probleme, die der geplanten Wohnnutzung entgegenstehen, aufgetreten“, erklärt die Stadtverwaltung.

Und so dürfte die geplante Wohnbebauung auf dem ehemaligen „Müller-Gelände“ an der Straße „Auf dem Berenkamp 8 bis 12“in der kommenden Woche im Umwelt- und Planungsausschuss (Dienstag, 23. Juni) die nächste politische Hürde nehmen.

Gelände ist 1,9 Hektar groß

Die in der unmittelbaren Nachbarschaft bereits existierende beziehungsweise derzeit neu entstehende Wohnbebauung soll durch die Einbeziehung der Industriebrache „maßvoll ergänzt werden“, so die Verwaltung. Der Immobilien-Investor (die ESTA Grundstücksgesellschaft) will auf dem 1,9 Hektar großen Gelände Einfamilien- und Doppelhäuser mit 28 Wohneinheiten insbesondere für junge Familien realisieren.

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Das Gelände befindet sich zwischen dem Grünzug der ehemaligen Kiesbahntrasse, der Behindertenwerkstatt des Diakonischen Werks, des Beerenkamp-Wohngebiets und einer landwirtschaftlichen Fläche. Ursprünglich wurde die Fläche Ende der 1930er-Jahre durch eine Bauschreinerei genutzt. In den 1950er-Jahren hatte sich Kofferfabrik angesiedelt.

So sieht der Bebauungsplanentwurf aus.

So sieht der Bebauungsplanentwurf aus. © Stadt Dorsten

Unterschiedliche Firmen betrieben dann Stahlbau und Eisenhandel, fertigten zum Teil auch Werkzeuge und Maschinen. Ende der 1970er-Jahre bis 1997 war eine Altmetall-Verwertung tätig, dann ein Autoverwerter sowie ein Containerdienst mit Bauschuttrecyclinganlage. Letzterer ging 2005 in die Insolvenz und hinterließ eine Menge Abfall auf dem Gelände.

Umfangreiche Bodenuntersuchungen

„Zur Erkundung eventueller Bodenkontaminationen wurden auf dem Grundstück umfangreiche Untersuchungen durchgeführt“, so die Stadt. Diese mündeten im Jahr 2019 in ein Sanierungs- und Aufbereitungskonzept, das der neue Eigentümer derzeit abarbeitet.

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Die Einfahrt in das neue Wohngebiet und die interne Erschließung soll über eine bereits bestehende Planstraße, die von der Straße Auf dem Beerenkamp abgeht. An einer Stichstraße mit Wendehammer sollen 24 öffentliche Besucherparkplätze bereit stehen. Die privaten Parkplätze werden auf den Baugrundstücken untergebracht.

Kritik von Naturschutzverbänden

Die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange waren im Herbst 2019 beteiligt worden. Kritik kam lediglich vom Landesbüro der Naturschutzverbände. Es konnte vor allem das Argument nicht nachvollziehen, dass eine Altlastensanierung des Geländes „nur durch Ausweisung eines Wohngebiets gelöst werden könne“, das zudem noch die Landschaft „unnötig zersiedele“.

  • Nachdem der Bebauungsplan zum 1. Abschnitt des Neubaugebiets „Auf dem Beerenkamp/Schwickingsfeld“ im Dezember 2019 wegen zweier fehlerhafter Festsetzungen vom Oberwaltungsgericht Münster gekippt worden war, hatte die Politik im Januar 2020 ein Ergänzungsverfahren beschlossen, um die Fehler nachträglich korrigieren zu können.
  • Bei der erneuten öffentlichen Auslegung wurden keine Bedenken gemeldet, sodass der Umwelt- und Planungsausschuss in seiner nächsten Sitzung den erneuten Satzungsbeschluss fassen soll.
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