Negativer Test hebt die Quarantäne-Anordnung nicht automatisch auf

Coronavirus

Ein negativer Text beendet eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne nicht. Arbeitnehmer machen sich sogar strafbar, wenn sie dem Ruf des Chefs in die Firma zu früh folgen.

Dorsten

20.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nicht jeder Arbeitnehmer kann die Quarantänezeit im Homeoffice „absitzen“. Da werden Arbeitgeber schon mal ungeduldig.

Nicht jeder Arbeitnehmer kann die Quarantänezeit im Homeoffice „absitzen“. Da werden Arbeitgeber schon mal ungeduldig. © picture alliance/dpa

Auch wenn mancher Chef sich das vielleicht anders wünscht: Ein negativer Test beendet die Quarantäne nicht. Darauf weist die Stadt in einer Pressemitteilung hin. Vereinzelt sei es vorgekommen, dass Arbeitgeber Mitarbeiter nach einer negativen Testung zur Arbeit zurückbeordert hätten.

Dabei gehe es zumeist nicht um positiv getestete, also nachweislich mit Corona infizierte Personen, sondern vielmehr um Kontaktpersonen der sogenannten ersten Kategorie, also Menschen, die einen engen und längeren Kontakt (mindestens 15 Minuten „face to face“) mit einem Infizierten hatten, bei denen aber (noch) unklar ist, ob sie sich dabei infiziert haben.

Kontaktperson der Kategorie 1 muss in Quarantäne

Gegenüber diesen Kontaktpersonen wird vom Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen in der Regel eine Quarantäne von 14 Tagen angeordnet. Für Personen, die mit einem Infizierten in einem Haushalt leben, gilt diese Anordnung nach der aktuellen Allgemeinverfügung des Kreises unmittelbar mit Bekanntwerden des Testergebnisses für ebenfalls 14 Tage – und das auch, wenn noch keine ausdrückliche Anordnung durch das Kreisgesundheitsamt erfolgt ist.

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Ein negativer Test innerhalb der angeordneten Quarantänezeit beendet die häusliche Absonderung der Betroffenen nicht. Der negative Test kann – je nach Zeitpunkt – auch nur bedeuten, dass die Virenlast im Körper für einen Nachweis noch nicht hoch genug ist, obwohl eine Infektion besteht. Es dürfte auch im Interesse der Unternehmen liegen, dass Mitarbeiter mit Corona-Verdacht nicht im Betrieb erscheinen, heißt es beim Gesundheitsamt.

Schriftliche Quarantäne-Anordnungen werden nachgereicht

Zu Unstimmigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern führt außerdem, dass das Kreisgesundheitsamt und die Ordnungsämter in den Städten derzeit kaum nachkommen mit dem Ausstellen von schriftlichen Quarantäne-Anordnungen, die auch dem Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber dienen. Es ist in diesen Fällen nicht das Verschulden von Mitarbeitern, wenn sie diese Bescheinigung nicht zeitnah vorlegen können.

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Die Stadt appelliert daher an alle Unternehmen, ihren Beschäftigten das nötige Vertrauen zu schenken. Einen schriftlichen Nachweis über die Quarantäne-Anordnung erhält jeder Betroffene irgendwann, sodass dieses Dokument nachgereicht werden kann.

Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Wir wissen natürlich, dass in der aktuellen Situation viele Unternehmen unter großem Druck stehen. Wir bitten aber dennoch dringend um Beachtung, dass Mitarbeiter auch nach einem negativen Test nicht zur Arbeit zurückkehren dürfen, wenn die Quarantäne-Anordnung noch gilt. Mit einem Bruch der Quarantäne würde sich der Mitarbeiter sogar strafbar machen. Wenn wir den Anstieg der Fallzahlen wirksam bremsen wollen, dürfen wir bei der Kontaktvermeidung nicht nachlässig werden.“

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