Der Umgang von Radfahrern und Autos miteinander ist ein wichtiges Thema der nächsten Jahre. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Radverkehr

Nationaler Radverkehrsplan: Kulturwandel ist für ADFC Dorsten zentral

Deutschland soll nach dem Willen des Bundesverkehrsministers zum Fahrradland werden. Diese Pläne freuen den ADFC in Dorsten, wichtig sei der Austausch mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Deutschland soll bis 2030 zum Fahrradland werden: Das ist die Aussage hinter dem Nationalen Radverkehrsplan, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgelegt und das Bundeskabinett vergangene Woche verabschiedet hat.

Der Plan sieht bis Ende der 2020er-Jahre mehr Radschnellverbindungen vor, mehr Rücksicht auf Lastenräder und einen Ausbau von Fahrradparkplätzen. Außerdem sollen die Wege für Fahrräder und Autos möglichst getrennt geplant werden. Der Bund soll zudem ein Programm für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen erarbeiten und eine Finanzierung zur Verfügung stellen.

„Die Kernaussage mehr, sichererer und besserer Radverkehr ist sicherlich gut“, meint dazu Bärbel Pötsch, Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe in Dorsten. Besonders wichtig bei der Umsetzung dieser Ziele sei aber, was Bund, Länder und Kommunen in dem Plan als „Kulturwandel beim Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmenden“ fordern.

Umsetzung funktioniert nur durch Gespräche

„Wenn es zum Beispiel um die Umwandlung von Kfz-Stellplätzen geht, geht damit einher, dass sich der Autoverkehr zurücknehmen muss“, unterstreicht Bärbel Pötsch. Das sei nicht mit der Brechstange, sondern nur in Balance und mit vielen Gesprächen umzusetzen. Ein dazu passendes Thema, das sicherlich auch für Dorsten relevant werde, seien Fahrradstraßen. „Aber Fahrradstraßen funktionieren nur, wenn das von allen angenommen wird“, ist der ADFC-Sprecherin klar.

Bärbel Pötsch ist Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe Dorsten.
Bärbel Pötsch ist Sprecherin der ADFC-Ortsgruppe Dorsten. © privat © privat

Dazu könnten aus ihrer Sicht Projekte, wie die neue VR-Brille der NRW-Polizei, beitragen. Bei Präventionsveranstaltungen können Teilnehmer damit ein Unfallgeschehen aus verschiedenen Perspektiven (Radfahrer, Lkw-Fahrer) erleben. „Das fördert die Rücksichtnahme untereinander“, glaubt Bärbel Pötsch.

Infrastruktur in Dorsten kann sich noch verbessern

Im Radverkehrsplan geht es um den Alltagsverkehr, in Dorsten ist aus ihrer Sicht im Moment noch mehr der Radtourismus das Thema. „Dorsten hat in dieser Hinsicht sicherlich einiges zu bieten. Aber nur weil wir die Römer-Lippe-Route haben, haben wir keine gute Infrastruktur“, betont die Dorstenerin.

Zeitnah will Nordrhein-Westfalen ebenfalls ein Fahrradgesetz verabschieden. Das Ziel: 25 Prozent aller Verkehrsteilnehmer in NRW sollen künftig auf dem Sattel sitzen. „Wie das Gesetz aussieht, wird noch spannend“, meint Bärbel Pötsch.

An dem Radverkehrsplan freut den ADFC auch, dass jede Kommune Fördermittel zum Ausbau der Radinfrastruktur erhalten soll. „Darauf kann man die Stadt festlegen. Es kann nicht mehr alles zu teuer sein“, meint die Fahrradaktivistin. Zum Beispiel warte der ADFC immer noch auf den Startschuss für das geplante Mobilitätskonzept.

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Bastian Becker
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