Sabine Fischer (Stadtagentur), Holger Lohse (Stadtbaurat), Adnan Curt (Blumen Risse) und Citymanager Christoph Krafczyk (v.l.) vor dem leeren Ladenlokal in der Lippestraße, für das nun ein neuer Mieter gefunden wurde, der aber noch nicht verraten wird. © Robert Wojtasik
Einzelhandel

Nachfolger für Blumen Risse gefunden, aber noch geheim

Nach 40 Jahren hat sich Blumen Risse Anfang des Jahres aus Dorsten zurückgezogen. Nun ist ein Nachmieter gefunden worden, der aber noch geheim gehalten wird.

Der Rückzug von Blumen Risse aus Dorsten kam für viele überraschend. 40 Jahre lang betrieb die Pflanzen-Handelskette eine Filiale an der Lippestraße, ehe sie zu Jahresbeginn geschlossen wurde.

Die Zahl der Kunden war da schon stark zurückgegangen. Blumen Risse führte als Gründe unter anderem die Umbaumaßnahmen in der Innenstadt ins Feld. Ausschlaggebend sei letztlich die Coronakrise gewesen, sagte Expansionsleiter Adnan Curt.

Zu Beginn des Jahres wurde die Filiale von Blumen Risse in der Dorstener Innenstadt nach 40 Jahren geschlossen. © Michael Klein (A) © Michael Klein (A)

Ein halbes Jahr nach dem Auszug ist ein neuer Mieter für das 120 Quadratmeter große Ladenlokal an der Lippestraße 18 gefunden. Um was für ein Geschäft es sich handelt, wird noch geheim gehalten. Am kommenden Wochenende beginnen die Umbauarbeiten. Die Glasfront des Geschäfts wird dann abgeklebt. Nach und nach kommen kleine Gucklöcher in den Sichtschutz, die neugierig machen sollen.

Die Anmietung des ehemaligen Geschäfts ist die erste im Zuge des Förderprogramms „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“, aus dem die Stadt Dorsten 348.000 Euro Fördermittel bekommt.

Stadt mietet Immobilie an und vermietet sie vergünstigt weiter

Dadurch kann die Stadt nun aktiv Einfluss auf die Entwicklung im innerstädtischen Einzelhandel nehmen, indem sie leer stehende Ladenlokale übergangsweise für eine Dauer von zwei Jahren anmieten und vergünstigt weitervermieten kann. Es sind ausdrücklich auch andere Nutzungsformen förderfähig, die über den klassischen Einzelhandel hinausgehen, wie beispielsweise Gastronomie sowie kulturelle oder Freizeiteinrichtungen.

Einige Anfragen liegen der Stadt auch schon länger vor, unter anderem für einen Unverpackt-Laden und ein gastronomisches Angebot. Auch ein Kulturangebot wurde angefragt sowie mehrfach Büro-Nutzung.

Ohne die Vermieter der Ladenlokale läuft dabei aber nichts. Sofern die Stadt ein Ladenlokal anmietet, muss eine Mietpreisreduzierung um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu der zuletzt erzielten Nettokaltmiete vereinbart werden. Die Stadt kann bei einer Weitervermietung die Miete dann auf ein Niveau von 20 Prozent der Altmiete weiter reduzieren. Die Differenz beider Mieten bildet schließlich die Fördersumme, in der ein städtischer Eigenanteil von 10 Prozent enthalten ist.

Nach Ende der Förderdauer wird geprüft, ob sich die jeweilige Art der Nutzung nachhaltig etablieren konnte. Aber kann man das nicht von vornherein dem Markt überlassen? Laut Stadtbaurat Holger Lohse braucht es beides: Das Förderprogramm „als Initialzündung“ für einen zunächst befristeten Zeitraum. „Und letztlich muss es dann natürlich der Markt regeln.“

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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